Sprachdiplom

Mit Deutsch eine Brücke bauen

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Tondern/Tønder
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Lea David holte sich ihr Diplom, das Kathrin Drygala de Oliveira (l.) aushändigte – mit von der Partie auch Michael Longerich und Vibeke Ehrhorn. Foto: Thomsen

28 Schüler erhielten am Montag am Gymnasium in Tondern ihr „Ticket“ für ein Studium an einer deutschen Universität ohne vorheriger Sprachprüfung.

28 Schüler des Gymnasiums in Tondern bekamen gestern als Beweis dafür, dass sie im Fremdsprachenunterricht die Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom II bestanden haben, ihre Diplome überreicht. Diese Aufgabe übernahm Kathrin Drygala de Oliveira. Die Fachberaterin für Deutsch (Schweden/Dänemark) der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen war für diesen Zweck aus Stockholm angereist.

„Damit habt ihr die offizielle Berechtigung, an einer deutschen Universität zu studieren. Vielleicht wollt ihr nicht alle in Deutschland studieren. Ihr habt aber die deutsche Sprache und Kultur intensiv kennengelernt. Ihr solltet diese Brücke begehen und etwas daraus machen. Ihr seid jetzt Botschafter der Vermittlung von Kulturen und könnt über Probleme aus zwei Perspektiven nachdenken und sie lösen“, so die Fachberaterin an die Schüler gerichtet, die Deutschunterricht auf Niveau-A empfangen haben. „Dieses Ticket eröffnet euch viele Möglichkeiten.“

Einen besonderen Dank richtete sie an Lehrerin Vibeke Ehrhorn, die Pionierarbeit geleistet habe, und sich 2010 auf etwas einließ, das es so in Dänemark noch nicht gab. Ehrhorn geht in Rente und übergibt das Ruder für das Deutschdiplom II an Michael Longerich. Ab August wird an der Bildungsstätte auch das Deutsche Sprachdiplom Stufe I Schülern angeboten, die in der zweiten G Deutsch auf Niveau B wählen. Die Zuständigkeit dafür ist bei Randi Damstedt Atiser verankert. Beide Lehrkräfte können nach einer Fortbildung nun selbst die Prüfungen abnehmen.

„Unser Ziel ist es, dass sich dann noch mehr Schüler dafür entscheiden. Derzeit sind es meistens Schüler aus der dänischen oder der deutschen Minderheit“, berichtet Randi Atiser. Sie gab in diesem Schuljahr einer Test-Klasse die Möglichkeit. „Im Prinzip hätten alle die Prüfung bestehen können. Aber nur zehn Schüler hatten den Mut“, so Atiser.

Zu den 28 Schülern, die ihr Diplom erhielten, gehört Lea David aus Uberg. „Meine drei Schwestern haben auch das Deutsch-Diplom II gewählt. Ich bin Teil der deutschen Minderheit, daher war es für mich naheliegend, und wenn ich vielleicht später in Deutschland studieren will, ist es ganz ideal. Es stimmt, dass damit eine Brücke gebaut wird“, sagt die 19-jährige Lea, die erst mal ein Jahr lang arbeiten will, wenn sie ihr Abitur in der Tasche hat.

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