Wirtschaft

Hafen rutscht in die roten Zahlen

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Röm/Rømø
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Foto: Archiv Rahbek

Der Hafen in Havneby schreibt rote Zahlen. Dessen Vorsitzende Henning Schmidt schätzt die Lage ein.

Der Hafen in Havneby schreibt rote Zahlen, und die Jahresbilanz für 2017 schließt mit einem Minus von 98.953 Kronen. Damit fällt das finanzielle Ergebnis 720.000 Kronen geringer als 2016 aus. Damals wurde eine Gewinnspanne von 619.880 Kronen verzeichnet. Dies wird auch Auswirkungen für das Eigenkapital haben, das Ende vergangenen Jahres 11.897.697 Kronen betrug. Die Leitung des Hafens stuft das Ergebnis als „weniger zufriedenstellend“ ein.

Nettoumsatz rutscht ab

Mit 7,5 Millionen Kronen rutscht der Nettoumsatz im Vergleich zu 2016 um 2, 4 Millionen Kronen ab. Dieser Umstand wird der fehlenden Aktivität auf dem Hafengelände zugeschrieben. Im Vergleich zu früheren Jahren ist es nicht möglich gewesen, die Gütermenge insbesondere auf dem Nord-Kai zu steigern. Zudem strandete die Vermietung von weiteren Büro- und Lagerräumen. Die Tatsache, dass Siemens dem Hafen den Rücken gekehrt hat, schlägt 2017 voll durch. Zudem nahmen weniger Schiffe als erwartet zwecks Reparatur Kurs auf die Helling.

Hafen hofft auf Wartungsschiffe

„Das ist das, was der Betrieb bringen kann, solange es nicht mehr Güter für den Nord-Kai gibt. Wir arbeiten natürlich dafür. Unmittelbar zeigt sich jedoch in der Pipeline keine Änderung an“, erklärt Henning Schmidt, der seit Jahresanfang Vorsitzender des kommunalen Hafens mit eigenständigem Betrieb ist. Der Hafen hofft auch auf die Ansiedlung von mehr Wartungsschiffen für die Meereswindparks. Derzeit ist dort die Deutsche Windtechnik angesiedelt.

„Keine Möglichkeit für negative Überraschungen“

„Es wäre schön, wenn für das Unternehmen mehr Aufträge herausspringen würden“, so Schmidt. Das frühere konservative Kommunalratsmitglied weist darauf hin, dass sein politischer Standort auch auf das Budget 2018 abfärbt. „Darin gibt es keine Vögel, die auf dem Dach sitzen, wie es früher der Fall gewesen ist. Wir gehen vom Ist-Zustand aus. Damit sollte es keine Möglichkeiten für negative Überraschungen geben“, so Schmidt. Er erwähnt, dass die Schuldenlast des Hafens daran mitwirkend ist, dass es nur mal so eben läuft. „Wir tragen jährlich etwa 2,5 Millionen Kronen ab. Daher ist es von der Liquidität her sehr stramm“, so Schmidt. Ungeachtet, ob die Kommune mit den Heliport-Plänen arbeite, würde dies für die nächsten zwei Jahre erst mal keine praktische Bedeutung haben.

Investitionen erforderlich

Auf den Hafen kommen im nahen Horizont erforderliche Investitionen von sechs Millionen Kronen zu. „Dabei geht es um die Rostschutzsicherung des nördlichen Kais. Nach etwa sieben Jahren ist dies ein Muss und muss 2018, spätestens 2019 erfolgen. Ansonsten droht der Verfall. Auch der Molen-Kopf muss aufgewertet werden.“ Er hofft in dieser Angelegenheit auf Verständnis des Besitzers, sprich des Ökonomieausschusses, wenn der Hafen nicht selber die Mittel stemmen kann. „Man kann den Hafen ja nicht verfallen lassen. Indem es im Jahresbericht vermerkt sei, gebe es schon mal eine kleine Vorwarnung. Der Kommunalrat wird am Donnerstag, 26. April, zur Jahresbilanz Stellung beziehen.

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