Tarifkonflikt

Lähmung durch Arbeitskampf droht

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Tondern/Tønder
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Die Kommune Tondern bereitet sich auf Streik und Aussperrung ihres Personals vor.

Tondern/Tønder In der Kommune Tondern haben die zuständigen Stellen Vorbereitungen getroffen, wie der Betrieb angesichts des sich abzeichnenden Arbeitskampfs im April in den zahlreichen berührten Aufgabenbereichen aufrechterhalten werden kann. Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes hatten bereits vor Wochen angekündigt, dass im Zuge des aktuellen Tarifkonfliktes das Personal in der Heimpflege in den Bezirken Tondern und Lügumkloster ab 4. April zum Streik aufgerufen werden sollte. Auch die Mitglieder der Gewerkschaft im Bürgerservice sollen streiken. Als Antwort hatten die kommunalen Arbeitgeber eine Aussperrung unter anderem des Personals in Schulen und Kindertagesstätten ab 10. April angekündigt. Damit würden das Personal keine Lohnzahlungen bekommen – und vor allem kommen viele Eltern in die Klemme, deren Kinder ohne Unterricht oder Betreuung, zum Beispiel auch in Kinderkrippen, auskommen müssen.

Nun versucht die Kommune, die Bürger mit der Versicherung zu beruhigen, dass eine Grundversorgung sichergestellt wird. „Wir führen natürlich alle Aufgaben aus, die lebenswichtig und nicht aufschiebbar sind“, so Thomas Dam, der Leiter des Bürgerservice der Kommune. Zwar werde die Reinigung in den Wohnungen der Heimpflegenutzer eingestellt, doch alle lebenswichtigen Betreuungsaufgaben würden fortgesetzt. Dazu zählten auch die Vergabe von Arzneimitteln oder die Persönliche Pflege. Auch der gesamte Bereich der Behindertenversorgung soll vom Arbeitskampf ausgenommen werden.

Dam verweist darauf, dass Arbeitgeber und Gewerkschaften ein Rahmenabkommen für Notbereitschaften geschlossen haben. Dennoch werde es zu vielen Einschränkungen kommen.
Im Bürgerservice werde es nur Notdienste geben. Mit Wartezeiten sei zu rechnen. Sichergestellt werde allerdings die Auszahlung von Sozialhilfe „Kontanthjælp“ oder auch von Krankentagegeldern.

Nicht arbeiten werde das Jobcenter. Das gleiche gelte für die kommunale Zahnpflege. Doch auch die Zahnpflege werde für Notbereitschaften sorgen.
Der Chef des Bürgerservice weist darauf hin, dass die Schlichtungsinstitution unter Leitung von Mette Christensen zweimal den Arbeitskampf um jeweils 14 Tage aufschieben kann.

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