Umwelt und Natur

Seit 34 Jahren Salzwasserbiotop

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Hoyer/Højer
Zuletzt aktualisiert um:
Der Salzwasserbiotop ist ganzjährig nur vom Weg an der deutsch-dänischen Grenze einsehbar. Foto: Volker Heesch

Die dänische Naturbehörde hat wieder Pumpen im Watt montiert: Bei Hochwasser strömt Meerwasser in den Margrethenkoog.

Im Wattenmeer 300 Meter westlich des Deichs des südlichen Margrethenkoogs bei Hoyer sind die zwei elektrischen Pumpen wieder montiert worden, die bis in den Herbst aus 200 Kubikmeter umfassenden Kammern, die durch zweimal täglich auflaufende Hochwasser gefüllt werden, 1.800 Kubikmeter Seewasser pro Stunde durch eine Rohrleitung in die ehemaligen Wattflächen pumpen.

Diese waren in den Jahren 1978 bis 1981 beim Bau des neuen Deichs vom Tidewasser abgeschnitten worden. Nach der Einweihung des neuen Deichs wurde auf Beschluss des Folketings 1984 das Pumpsystem installiert, das einen 260 Hektar großen künstlichen Salzwasserbiotop sichert, in dem wie vor dem Deichbau Seevögel Futter finden. Die für den Salzsee zuständige Naturbehörde Naturstyrelsen lässt die Pumpen an Land bringen. Zum Schutz vor Eis und Sturmfluten, aber auch für Wartungsarbeiten.

Nach 34 Jahren Betrieb des Pumpsystems und des „künstlichen Watts“, in dem im salzigen Milieu salztolerante Pflanzen wie der Queller gedeihen und jede Menge Krebstiere und Würmer im Wasser und Schlick leben, ist das Flachwassergebiet, das bei Sommerhitze auch teilweise austrocknet, ein Anziehungspunkt für viele Vögel. Schwärme von rastenden Watvögeln wie Alpenstrandläufer, Knutt oder Pfuhlschnepfe sind ebenso darunter wie Brutvögel, zu denen Säbelschnäbler, Austernfischer und Rotschenkel zählen.

Die Pumpen zur Versorgung des Salzwasserbiotops bewässern das Gebiet während des Hochwassers. Sie laufen durchgehend, weil es sonst zu Verschlammung und Verstopfung kommt. Foto: Naturstyrelsen

Neue Arten

In den ersten Jahren nach der Eindeichung entstandene Fluss- und Küstenseeschwalbenkolonien sind wieder verschwunden. Dafür sind ständig neu heimisch gewordene Arten wie der Seeadler oder Löffler im Bereich des Flachwassers zu sehen.

Vogelbeobachter hoffen, dass es bald wieder einen Zugang in den Bereich gibt, der jahrzehntelang aufgrund einer Sondererlaubnis außerhalb der Zug- und Brutsaison von der Wiedauschleuse aus besucht werden konnte.

Für Vogelkundler ist das vom Weg am Deich von der Wiedauschleuse, aber vor allem von Grenzweg Rodenäs -Norddeich zum Seedeich Rickelsbüller Koog gut einsehbare Gelände des Salzwasserbiotops ein Eldorado, weil es dort vor allem während der Zugzeit auch seltene Arten wie Raubseeschwalben oder Brachschwalben zu sehen gibt. Auch Greifvögel wie Wanderfalken oder Fischadler lassen sich dort zuweilen blicken.

Mehr lesen