Bildung

EU jetzt besser verständlich

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Apenrade/Brüssel
Zuletzt aktualisiert um:
Zu Besuch in Jan Diedrichsens Brüsseler Büro. Foto: Privat

Schüler des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig sammelten im EU-Parlament in Brüssel einmalige Erfahrungen. Neben der Praktikumsarbeit schauten sich die Schüler die Stadt an und besuchten auch das Büro von Jan Diedrichsen, der als Leiter der Vertretung des schleswig-holsteinischen Landtages bei der EU beschäftigt ist.

„Die EU ist eine wirre Veranstaltung, die aber zu durchschauen ist“, fasst Anna Fuglsang, Schülerin des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN), ihre Erfahrungen von ihrem einwöchigen Praktikum in Brüssel zusammen. Schüler aus der 3a absolvierten ihre Praktika bei verschiedenen Instituten, Parteien oder Lobbyorganisationen, die sich im EU-Hauptquartier niedergelassen haben.

„Wir bieten diese Veranstaltung schon seit Jahren an, und ich finde, mit viel Erfolg. Vorrangig geht es darum, die, bei den meisten, abstrakte Vorstellung von der EU zu verändern. Die Schüler sollen ein Aha-Erlebnis bekommen, indem sie Einblicke in die Abläufe bei der EU erhalten und sich einen Überblick über die Struktur in Brüssel verschaffen“, erklärt Lehrerin Antje Beckmann.

Und das scheint gelungen, denn wie Anna Fuglsang erklärt, „sind für viele Bürger, mich bisher eingeschlossen, die EU-Beschlüsse schlecht nachzuvollziehen, und es bedarf eines großen Aufwands, um ein Verständnis dafür zu bekommen.“ Nickend stimmen die Klassenkameraden ihr zu. Besonders aufgefallen seien den Abiturienten bei ihrem Besuch die langatmigen Phasen von der Idee bis zum endgültigen Beschluss als Gesetz. „Das dauert etwa fünf Jahre“, berichtet Anna Fuglsang.

Als einen Grund dafür sieht sie die vielen Diskussionen, die über einzelne Themen geführt werden. „Aber es ist doch auch nicht unverständlich, denn jeder Abgeordnete möchte seine Meinung sagen können und diskutiert mit, um das für sein Land Beste zu erreichen“, so die Schülerin. Sie denkt, dass an den EU-Strukturen nachgebessert werden müsste, um die Abläufe einfacher und schneller zu machen. „Das sagten auch viele der Politiker, mit denen wir zusammentrafen“, erklärt sie.

Viel Arbeit in eine gute Sache

Den DGN’lern ist aufgefallen, dass sich die EU-Politiker sehr für die Idee EU einsetzten und für die jeweiligen Belange der Bürger des Landes kämpften. „Es wird dort viel Arbeit in eine gute Sache investiert“, so das Fazit von Anna Fuglsang. Neben den Praktikumserfahrungen und den vielen Erkenntnissen über die EU sieht Lehrerin Antje Beckmann noch weitere Vorteile des Brüsselaufenthalts für ihre Schüler. „Sie konnten Kontakte knüpfen, um sich beispielsweise später für ein Langzeitpraktikum zu bewerben, was einige Schüler aus den vorherigen Jahrgängen auch genutzt haben“, erklärt sie.

Neben der Praktikumsarbeit schauten sich die Schüler die Stadt an und besuchten auch das Büro von Jan Diedrichsen, der als Leiter der Vertretung des schleswig-holsteinischen Landtages bei der EU beschäftigt ist.

Mehr lesen