Wetter

Heftiges Unwetter über Nordschleswig – Blitzeinschläge in Tondern und auf Fünen

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Regen und Blitze (blaue Markierungen) über Schleswig-Holstein und Nordschleswig am Vormittag. Foto: DMI

Der Montagvormittag über Nordschleswig war dunkel, laut und nass: Donner und Blitze, Wind und Regen zogen von der Nordsee her über das Land. In Tondern ging ein Blitzeinschlag glimpflich aus, auf Fünen gerieten später gar Häuser in Brand.

Donner und Blitze über Nordschleswig: Ein kräftiges Unwetter hat sich von der Deutschen Bucht her über Nordschleswig hergemacht. Am Montagvormittag verdunkelte sich der Himmel und vielerorts Wackelte es im Gebälk, so heftig donnerte es. In einigen Haushalten in Nordschleswig schwankte sogar die Stromversorgung.

Bei dem Unwetter handelt es sich um eben jenes, welches schon am Sonntag im westlichen Europa wütete und das sich in der Nacht über die Nordsee und die deutsche Westküste hinweg auf Dänemark zubewegt hat.

Neben heftigem Regen, Blitz und Donner brrachte das Unwetter auch Wind in Sturmstärke mit. In Sankt Peter-Ording gab es am Montagmorgen Windstöße in Orkanstärke mit 35 Metern pro Sekunde.

Entsprechend die Warnung des Deutschen Wetterdienstes: Unter anderem sind schwere Schäden an Gebäuden möglich. Bäume können entwurzelt werden und Dachziegel, Äste oder Gegenstände herabstürzen. Überflutungen von Kellern und Straßen, sowie örtliche Überschwemmungen an Bächen und kleinen Flüssen sind möglich. Es können zum Beispiel Erdrutsche auftreten.
Die dänischen Kollegen vom DMI gingen lockerer mit dem Unwetter um: Lange gab es keine Warnung auf ihrer Internetseite. Erst um 10:39, als das Unwetter schon voll im Gang war, wechselte die Warnanzeige von grün auf gelb – und dieser Tweet wurde veröffentlicht:

Nun warnten auch die dänischen Meteorologen: „Der Donner bringt die Gewahr von Bränden durch Blitzeinschlag, das Risiko des Zusammenbruchs elektrischer Systeme, das Risiko für viele Fehlalarme automatischer Anlagen mit sich. Die Wolkenbrüche bringen die Gefahr von Überschwemmungen niedrigliegender Gebiete, Überschwemmung von Kellern, Wasser auf Fahrbahnen und Überführungen (Aquaplaning), verringerte Sicht.“

Feuerwehrleute im Einsatz nach einem Blitzeinschlag auf Fünen. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix 2018

Brennende Häuser, zerstörte Infrastruktur

Die Warnung war begründet: In Tondern schlug es im Ortsteil Viben in einem Wohnhaus ein. Wie jv.dk berichtet, flogen die Steckdosen aus der Wand, auch beim Nachbarn wurde die Elektroinstallation beschädigt.

Auf der Insel Fünen, die das Unwetter am Nachmittag erreichte, schlugen gleich mehrere Blitze im Dorf Strib ein. Laut Feuerwehr brannten die Häuser Nummer 37 und 57 am Weg Møllebakken – in Abwesenheit der Hausbewohner. Die Kommune Middelfart teilte unterdessen mit, dass Straßenlaternen und Strommasten von Blitzen gesprengt worden seien. Auch die Wasserversorgung sei betroffen, hieß es am Nachmittag.

„Ein Elektriker ist informiert, fasst keine zerstörten Teile an“, so die Aufforderung der Kommune im Internet.

Um kurz nach 14 Uhr hob DMI die Unwetterwarnung für ganz Dänemark auf.

Mehr lesen