Deutsche Minderheit

Neue Struktur soll Kultur der Minderheit unterstützen

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Marion Petersen Foto: Karin Riggelsen

Die Kulturarbeit des Bundes Deutscher Nordschleswiger wird neu organisiert. Die Minderheit habe gute Angebote, sagt die Kulturausschussvorsitzende des BDN – doch „die Struktur dahinter funktioniert nicht“.

Die Kulturarbeit der deutschen Minderheit in Nordschleswig soll neu organisiert und strukturiert werden. Das ist das Ergebnis eines kürzlich abgehaltenen Kulturausschusstreffens, bei dem die jetzige Struktur zur Debatte stand. Ein Vorschlag zur Neuorganisierung soll Ende des Monats von der Delegiertenversammlung des Bundes Deutscher Nordschleswiger – Träger der Kulturarbeit in der Minderheit – vorgelegt werden.

„Die Kulturarbeit steckt nicht in der Krise“, stellt Marion Petersen, Kulturausschussvorsitzende des BDN fest. Vor einigen Monaten habe es kritische Äußerungen zur Kulturarbeit gegeben, aber es ging dabei nicht um die Angebote, sondern mehr um die Organisierung, so Marion Petersen – und genau an der Stelle werde jetzt gearbeitet.

„Die Minderheit hat jede Menge qualitativ gute Projekte und Angebote, aber die Struktur dahinter funktioniert nicht“, meint Marion Petersen. Dabei ist die derzeitige Struktur nur wenige Jahre alt, aber die aktuelle Arbeit sei eine natürliche Evaluierung der „neuen“ Struktur. Damals wurden eine Reihe AGs gebildet, „aber nicht alle laufen wie gewünscht, und einige mussten nach kurzer Zeit aufgeben“, erklärt Marion Petersen. Zwei AGs machen allerdings weiter wie bisher: Die AG Literatur und die AG Kunst laufen gut. Außerdem wird aus der AG Schauspiel eine Projektgruppe.

Kulturbotschafter

Da der Kulturausschuss unter anderem aus den Vorsitzenden der AGs besteht, ist der Ausschuss zu klein geworden. „Wir wollen statt drei, vier Mitglieder aus den Reihen der BDN-Ortsvereine in Zukunft bis zu zehn Personen aus dem Lokalbereich im Ausschuss haben. Sie werden sozusagen Botschafter unserer Kulturarbeit“, sagt Marion Petersen. „Wir glauben, dass die Arbeit im Ausschuss dadurch besser wird, dass wir die Basis mit einbeziehen.“

Marion Petersen möchte außerdem, dass der neue Kulturausschuss wesentliche kulturpolitische Themen bespricht, die für die Minderheit wichtig sind. „Wir wollen nicht nur Anträge bearbeiten, sondern neue Ziele für die Kulturarbeit stecken“, so Petersen.

Sie kandidiert übrigens wieder für den Posten als Kulturausschussvorsitzende und stellt sich bei der Delegiertenversammlung am 28. Mai den BDN-Delegierten.

„Ich bin eine, die gerne meckert, und wer meckert, soll was tun, um die Dinge zu ändern. Daher möchte ich gerne weitermachen. Wir sind auf gutem Wege und haben in der Minderheit in Nordschleswig viel zu bieten – sowohl für Kinder als auch Erwachsene“, sagt Marion Petersen.

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