Grenzüberschreitende Krebsbehandlung

Strahlentherapie wieder auf der Tagesordnung

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Søren Rasmussen und Preben Jensen (v.l., Bildmitte vorne) zu Gast im Haus Nordschleswig. Foto: Cornelius von Tiedemann

Der Deutschland-Sonderbeauftragte der Region Süddänemark will den grenzüberschreitenden Patientenaustausch wiederbeleben und hofft auf politisches Entgegenkommen – Preben Jensen sieht zudem Bedarf für eine bessere Busanbindung zwischen Nord- und Südschleswig.

Wenn Patienten von Tondern bis nach Vejle für die Strahlentherapie fahren müssen, obwohl es in Flensburg beste Voraussetzungen gibt – dann stimmt etwas nicht. Das meinen nicht nur viele Patienten und der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hinrich Jürgensen – das meint auch Preben Jensen (Venstre).
Der ist Sonderbeauftragter des neuen Regionsrates für dänisch-deutsche Zusammenarbeit und war am Donnerstag in Apenrade zu Besuch bei der deutschen Minderheit im Haus Nordschleswig.

Seine Partei sei nie für die Abschaffung gewesen, habe sich aber der politischen Mehrheit beugen müssen, erläutert er am Rande des Treffens im Gespräch mit dem Nordschleswiger – und fügt hinzu: „Seither und auch im Wahlkampf im Herbst vor der Regionsratswahl haben sich in mehreren Parteien starke Kräfte dafür eingesetzt, dass es doch die Patienten sind, die darunter zu leiden haben. Und das kann uns nicht recht sein. Ich erwarte also, dass das hier in den anstehenden Verhandlungen zum Haushalt 2019 zum Thema wird.“

Er selbst habe Strahlenbehandlung bekommen, könne die Haltung der Patienten also bestens nachvollziehen.

„Ich würde es aber auch gerne sehen, wenn wir da etwas Gegenseitigkeit bekämen. So, dass die Deutschen auch eine Behandlung in Dänemark bekommen, zum Beispiel auf dem Bereich der Ohrenheilkunde am Krankenhaus in Sonderburg“, sagt er.

Im Video: Preben Jensen erklärt, weshalb er sich über ein Ende der Grenzkontrollen freuen würde und warum er sich für die dänisch-deutsche Zusammenarbeit einsetzt.

Busanbindung nach Flensburg soll besser werden

Auch in Sachen Nahverkehr versprach Jensen, sich grenzüberschreitend zu engagieren. Ein Antrag aus dem Grenzdreieck (Apenrade, Sonderburg, Flensburg) für eine höhere Busfrequenz speziell zu Stoßzeiten werde derzeit bearbeitet. „Es gibt einen großen Bedarf für diesen Verkehr. Besonders, weil wir ja eine große Zahl an Gesundheitspersonal haben, das in Sonderburg und Apenrade arbeitet, und die sollten dieses Angebot haben“, sagt Jensen.

Hinrich Jürgensen zeigte sich nach dem Gespräch, an dem neben weiteren Minderheitenvertretern auch Søren Rasmussen (Dänische Volkspartei), Vorsitzender des Ausschusses für Regionalentwicklung, teilnahm, „vorsichtig optimistisch“, was die Strahlentherapie angeht. Der Besuch der Politiker sei von „Wohlwollen in alle Richtungen“ geprägt gewesen. Besonders habe ihn die Versicherung gefreut, dass die neue Rolle des Sonderbeuftragten keine Abwertung der deutsch-dänischen Zusammenarbeit darstelle, sondern dass laut Jensen das Gegenteil der Fall sei. Jede Regionsratssitzung beginne mit einem Bericht über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

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