DAS AUTO FIT MACHEN

Frühjahrsputz für das Auto - das ist zu beachten

dpa/shz.de
Flensburg
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Beginn der Autokur: Vor dem Waschgang raten Experten zu einer gründlichen Vorreinigung des Autos durch einen Hochdruckreiniger. Foto: Christin Klose/shz.de

Nach dem Winter gilt es, das Auto startklar zu machen für wärmere Termperaturen. Der bloße Reifwechsel genügt dafür nicht. Diese zehn Schritte gehören zum Frühjahrs-Check.

Das Auto waschen: Die Wäsche beginnt mit einer gründlichen Vorreinigung mit dem Hochdruckreiniger. Das entfernt den groben Schmutz, der in der Waschstraße im schlimmsten Fall den Lack beschädigen könnte. Generell ist die erste Wäsche nach dem Winter besonders wichtig und sollte auch eine Unterbodenwäsche enthalten, um damit Streusalz, Split oder Sand komplett zu entfernen.

Den Lack prüfen: Ist der Wagen sauber, empfiehlt sich eine gründlichn Lackkontrolle, weil Streusplit und -salz die Außenhaut bei hohem Tempo geschädigt haben können. „Kleinere Beschädigungen lassen sich in der Regel mit speziellen Lackstiften gut beseitigen, ansonsten empfiehlt sich der Weg in eine Fachwerkstatt“, sagt Philipp Sander vom Automobilclub Mobil in Deutschland. Unbehandelte Lackschäden können zu Rostnester führen, deren Beseitigung dann deutlich teurer wird.

Die Reifen wechseln, aber nicht zu früh! Pendeln sich die Temperaturen dauerhaft bei mindestens sieben Grad ein, steht der Reifenwechsel an. Bei der Gelegenheit sollte auch gleich die Profiltiefe der Winterreifen überprüft werden. „Liegt diese unter 4 Millimeter, können für den nächsten Winter bereits neue Reifen eingeplant werden“, rät Sander. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter. Bei den frisch aufgezogenen Sommerreifen sollte vor Fahrtbeginn der Reifendruck überprüft und gegebenenfalls das Reifendruck-Kontrollsystem RDKS neu angelernt werden. Die Schleswig-Holsteiner müssen auf konstant höhere Temperaturen aber wohl noch einige Wochen warten.

Beim Blick unter die Motorhaube gilt es, die Füllstände von Motoröl, Bremsflüssigkeit und Scheibenwischwasser zu prüfen und bei Bedarf nachzufüllen. Foto: Inga Kjer/shz.de

Bremsen checken: Genauso wichtig wie intakte Reifen sind einwandfrei funktionierende Bremsen. Zusätzlich sollten die unter dem Auto verlaufenden Bremsleitungen einer Sichtprüfung unterzogen werden. „Die Konservierung kann durch Rollsplitt kleinere Macken bekommen haben, die bei Einwirkung von Salzwasser zu Korrosion neigen“, sagt Anja Smetanin vom Auto Club Europa (ACE).

Den Motorraum prüfen: Unter der Motorhaube kann sich einiges angesammelt haben, insbesondere Laub verfängt sich hier gerne. Dieses sollte regelmäßig entfernt werden, damit sich keine schleimige Schicht bildet. Daneben sollten die Füllstände von Motoröl, Bremsflüssigkeit und Scheibenwischwasser geprüft und bei Bedarf aufgefüllt werden. Ein Batterietester klärt den Ladezustand der Batterie, Pol-Spray schützt vor Korrosion. Eine Motorwäsche sei nicht zwingend notwendig, sagt Smetanin. Wer sie trotzdem möchte, sollte sie von einem Fachmann machen lassen.

Die Wischergummis erneuern: Schmutz und Salz auf der Scheibe setzen den Wischerblättern zu, früher oder später fangen sie an zu schmieren. Wer die Wischblätter prüft, sollte dabei auch gleich die Dichtungsgummis der Türen auf Risse oder poröse Stellen mit bedenken. Mit etwas warmem Wasser und Dichtung- oder Silikonfett lassen sich die meisten Gummis wieder auf Vordermann bringen.

Den Innenraum putzen: Wer die Windschutzscheibe von innen putzt und den Innenraum reinigt, kann im gleichen Zuge auch winterliches Equipment wie Eiskratzer und Schneeketten aussortieren.

Für den Fachmann: Das Fahrwerk lassen Autofahrer nach dem Winter besser in einer Werkstatt kontrollieren. Foto: Henning Kaiser/shz.de

Den Innenraumfilter tauschen: Im Innenraumfilter lagern sich Staub, Ruß und Pollen ab. Diese Partikel sollten regelmäßig entfernt werden. „Ein sauberer Filter verringert die Verbreitung von Keimen und das Sicherheitsrisiko beschlagener Scheiben“, sagt Ulrich Köster von Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Spätestens nach 15.000 Kilometern sollte man ihn tauschen.

Das Fahrwerk checken: Das Fahrwerk sollte sich ein Fachmann ansehen. Das gilt besonders dann, wenn im Winter über viele Schlaglöcher fahren ist. Dann wurden auch die Stoßdämpfer stark beansprucht, was wiederum den Bremsweg verlängern kann. Auch Querlenker, Federbeine oder Spurstangen können in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Ein Poltern an der Vorderachse etwa könnte auf beschädigte Koppelstangen oder ausgeschlagene Lager an den Lenkern zurückzuführen sein.

Wieder einsteigen: Wer sein Auto den kompletten Winter über in der Garage geparkt hat und erst im Frühjahr wieder startet, sollte eine gründliche Komplettdurchsicht in Erwägung ziehen, empfiehlt der Auto Club Europa.

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