Eishockey

Neuaufbau bei SønderjyskE

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Woyens/Vojens
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Foto: Scanpix/Niels Husted

Große Veränderungen im Spielerkader und ein Abschied von Interimstrainer Chris Straube stehen bevor.

Der Stachel sitzt noch tief, die Enttäuschung über das erneute frühzeitige Scheitern im Kampf um die dänische Eishockey-Meisterschaft ist bei SønderjyskE weiter groß. Es werden noch die Wunden geleckt, die Zeit für die großen Entscheidungen mit Hinblick auf die nächste Saison ist noch nicht reif.

„Wir wollten ins Final Four, wir wollten in die Top 4 und wir wollten ins Halbfinale. Wir haben keines unserer Ziele erreicht, und das ist sicherlich ein Anlass, alles zu überdenken“, sagt SønderjyskE-Sportchef Kim Lykkeskov.

Nach den drei Meistertiteln in Folge von 2013 bis 2015 ist man bei SønderjyskE jetzt zum dritten Mal in Folge ohne Medaille geblieben und zum dritten Mal in Folge am Lokalrivalen aus Esbjerg gescheitert. Der Kontakt nach ganz oben im dänischen Eishockey ist abgerissen.

„Wir müssen wieder etwas aufbauen“, meint Lykkeskov, der in seinem zweiten Jahr als Sportchef nicht die besten Arbeitsbedingungen für dieses Vorhaben erwarten kann. Alles deutet darauf hin, dass SønderjyskE nach der viel zu früh zu Ende gegangenen Saison und fehlenden Einnahmen den Gürtel ein wenig enger schnallen muss.

„Ja, das wird wohl so sein. Wir werden nach dieser Saison eins auf die Finger kriegen“, so der Sportchef, der auch einen entlassenen Trainer hat, der noch ein weiteres Jahr Anspruch auf Gehalt hat.

Der bisherige Assistenztrainer Chris Straube übernahm Anfang Februar nach der Trennung von Dan Ceman das Kommando. Noch ist es zu früh zu sagen, wer in der kommenden Saison an der Bande das Sagen haben wird.

„Wir werden jetzt erst einmal in Ruhe über die Saison sprechen und ein Fazit ziehen, dann entscheiden wir in den kommenden Wochen, wer Trainer wird“, sagt Lykkeskov.

Es wäre eine Überraschung, wenn Chris Straube zur permanenten Lösung in der Cheftrainerrolle wird oder in den Assistenztrainer-Job zurückkehrt. Der Deutsche brachte die SønderjyskE-Mannschaft zwar wieder auf Kurs, doch alle Zeichen stehen auf Neuanfang.

Ein Neuanfang bahnt sich auch beim Spielerkader an. Bislang stehen einzig die erfahrenen Eigengewächse Steffen Frank und Mads Lund für die kommende Saison unter Vertrag.

„Wir werden in den nächsten Tagen viele Gespräche führen. Es ist noch nichts entschieden, aber wir müssen ehrlich sein und sagen, dass uns nicht viel von dem gelungen ist, was wir uns vorgenommen hatten. Nach einer turbulenten Saison wird es sicherlich Auswechslungen geben. Es wird kein Blutbad geben, aber doch spürbare Veränderungen“, so der Sportchef.

Es wäre eine Überraschung, wenn viele der Legionäre aus der abgelaufenen Saison wieder zu SønderjyskE zurückkehren werden und am Neuaufbau teilnehmen werden.

„Es erfordert harte Arbeit, wenn wir wieder an die Spitze zurückkehren wollen, und wir werden mit Sicherheit nicht von Anfang an eine Top-2-Mannschaft haben. Wir müssen Spieler finden, die es wollen und Feuer in den Augen haben. Ich habe in der abgelaufenen Saison nicht immer Spieler gesehen, die hundertprozentig mit Herz gespielt haben“, meint Kim Lykkeskov.

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