Fussball

„Ich habe meine Wut auf dem Platz umgesetzt“

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Hadersleben/Haderslev
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Mads Hvilsom und Simon Kroon erzielten gegen OB die Tore. Foto: Scanpix/Claus Fisker

Mads Hvilsom machte beim 2:0-Sieg von SønderjyskE gegen OB sein viertes Tor aus den letzten fünf Spielen

Die Augen sind bereits auf das brisante Duell gegen Hobro gerichtet.

„Ich freue mich wahnsinnig. Ich glaube nicht, dass ich mich jemals so sehr auf ein Fußballspiel gefreut habe“, sagt Mads Hvilsom vor dem beiden Europa-Playoff-Spielen gegen seinen ehemaligen Klub Hobro IK, der in der Matchfixing-Affäre um SønderjyskE eine sehr aktive Rolle eingenommen hat: „Die haben einige Dinge getan, die ich so nicht tun würde. Wir wollen zeigen, dass wir die bessere Mannschaft sind, und ich mache keinen Hehl daraus, dass es mein Herz erwärmen würde, wenn wir Hobro in den Sommerurlaub schicken würden.“

Der Schlüssel zum Erfolg könnte durchaus die Tore von Mads Hvilsom sein, der vier Tore aus den letzten fünf Spielen machte und gegen OB zudem gegen OB einen Elfmeter herausholte.

„Ich kann gut nachvollziehen, weshalb die sauer sind. Das ist eine Fifty-fifty-Situation, wo Kenneth Emil an meinem Trikot zerrt und ich das Gefühl habe, dass ich hinfallen muss“, so der 25-Jährige, der beim zweiten Treffer großes Durchsetzungsvermögen zeigte: „Ich bin hergekommen, um Tore zu machen. Das ist mit in den ersten sechs bis sieben Monaten nicht gelungen. Es ist schön, dass ich meinen Mannschaftskameraden zeigen konnte, dass sie mir vertrauen können und dass ich keine Eintagsfliege bin, die einmal trifft und dann in den nächsten zehn Spielen nicht mehr. Es ist natürlich einfacher, das zu zeigen, wenn ich spiele, aber so lange ich treffe, werde ich auch spielen.“

Der Stürmer hatte gegen OB eine andere SønderjyskE-Mannschaft gesehen.

„Wir hatten in den vergangenen zwei Monaten viel anderes in den Köpfen, und man merkte schon, dass alle befreiter aufgespielt haben. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass die Angelegenheit uns nicht belastet hat. Ich habe sogar während einiger Spiele an die Sache gedacht, und das ist ja fürchterlich. Heute habe ich nur an Fußball denken können, und das ist befreiend“, sagt Mads Hvilsom, der aber auch den Druck hat nutzen können: „Ich habe ja die ganze Angelegenheit als ungerecht empfunden. Ich habe meinen Wut auf dem Platz umgesetzt.“

Der Kapitän freut sich, dass Hvilsom einen Lauf hat.

„Wir spüren schon, dass er derzeit brandheiß ist“, sagt Marc Pedersen, der auch mit der Leistung der Mannschaft zufrieden war: „Wir haben alles gegeben, Es war nicht immer schön anzusehen, aber das Wichtigste war, dass wir mit dem Herzen gespielt haben. Das waren wir den Fans schuldig, nicht zuletzt denjenigen, die in Lyngby und Randers dabei waren. Wir wissen selbst am besten, dass die zuletzt gezeigten Leistungen nicht gut genug waren.“

Zum dritten Mal in Folge blieben die Hellblauen in einem Heimspiel ohne Gegentor.

„Die Null hinten nehmen wir natürlich mit. Und unser Torwart hat wieder gut gehalten“, lobt der Kapitän seinen Schlussmann Sebastian Mielitz.

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