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Keine Matchfixing-Anklage gegen SønderjyskE

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Kopenhagen
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Foto: Scanpix/Anders Kjærbye

Das Matchfixingsekretariat von Danmarks Idræts-Forbund (DIF) ist zu dem Schluss gekommen, dass es nicht ausreichend Beweise dafür gibt, dass SønderjyskE voller Absicht das Spiel gegen den FC Midtjylland verschoben hat.

39 Tage nach den viel diskutierten Schlussminuten zwischen dem FC Midtjylland und SønderjyskE ist nach eingehenden Ermittlungen endlich eine Entscheidung gefallen. Das Matchfixingsekretariat von Danmarks Idræts-Forbund (DIF) wird gegen Fußball-Superligist SønderjyskE keine Anklage erheben.

Das Sekretariat ist zu dem Schluss gekommen, dass es nicht ausreichend Beweise dafür gibt, dass SønderjyskE voller Absicht das Spiel verschoben hat. In einer Pressemitteilung unterstreicht DIF, dass „die Indizien nicht stark genug sind, um Anklage zu erheben.“

„Matchfixing ist eine große Gefahr für die Welt des Sports. Die Zuschauer müssen das Vertrauen haben, dass es sich um einen ehrlichen Wettstreit handelt. Dementsprechend waren wir verpflichtet, den Fall eingehend zu untersuchen“, sagt Poul Broberg, DIF-Kommunikationschef und Vorsitzender des Matchfixingsekretariats: „Wir sind aber zu dem Schluss gekommen, dass es für das Sekretariat nicht möglich war, Beweise zu finden, die mit der nötigen Stärke wahrscheinlich macht, dass eine Manipulation stattgefunden hat.“

DIF hebt aber gegenüber SønderjyskE den warnenden Zeigefinger. Zum einen weist man darauf hin, dass es eine Verjährungsfrist von zehn Jahren gibt und dass der Fall bei neuen Hinweisen wieder aufgerollt werden kann. Zum anderen kritisiert man die Kommunikation von SønderjyskE.

„Das Matchfixingregulativ muss von den Klubs eingehalten werden. Es ist nicht zweckdienlich, wenn Klubs, Trainer und Spieler in einer Weise kommunizieren, dass man den Eindruck erweckt, dass eine absichtliche Niederlage akzeptabel ist, besonders diejenigen, die in der ungewöhnlichen Situation stehen, von einer Niederlage profitieren zu können“, sagt Poul Broberg.

Die SønderjyskE-Kicker hatten sich mit Andeutungen selbst in die Bredouille gebracht.

„Es ist lächerlich. Mein Stolz ist verletzt, aber man tut ja, was am Besten für den Verein ist“, sagte in den Minuten nach dem Abpfiff in Herning ein sichtlich genervter Christian „Greko“ Jakobsen, der zwar die Frage, ob man absichtlich verloren habe, nicht beantworten wollte, aber mehr als andeutete, dass es ein Dekret von oben gegeben hat.

Eine Nachricht von SønderjyskE-Kicker Mads Hvilsom im sozialen Medium Snapchat an seinen ehemaligen Mannschaftskollegen aus Hobro, Jesper Bøge, hatte zudem seinen eigenen Verein belastet.

„Schön, eingewechselt zu werden und zu wissen zu bekommen, dass man kein Tor machen darf, obwohl wir in Rückstand geraten waren. Aber alle andere Mannschaften hätten es auch so gemacht wie wir“, soll Hvilsom an Bøge geschrieben haben.

Der Vorstandsvorsitzende von Hobro IK hatte sich Zugang zu dieser Snapchat-Nachricht erzwungen und an das Matchfixingsekretariat weitergeleitet.

Poul Broberg kritisiert in der Pressemitteilung von DIF an die absurde Superliga-Struktur.

„Die aktuelle Struktur hat mehrere Klubs, Trainer und Spieler in eine schwierige Situation gebracht und eine nicht förderliche Diskussion entfacht, ob es sich lohnt, auf Sieg zu spielen oder nicht. Das Sekretariat fordert deswegen dazu auf, die Struktur so zu ändern, dass eine Niederlage keinen sportlichen Vorteil auslösen kann“, so der Vorsitzende des Matchfixing-Sekretariats.

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