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SønderjyskE-Kicker wachten viel zu spät auf

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Odense
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Foto: Scanpix/Claus Fisker

Die SønderjyskE-Fußballer haben in der Abstiegsrunde einen Fehlstart hingelegt und beim Tabellennachbarn OB eine 1:2-Niederlage kassiert. Die Hellblauen hätten dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit fast noch einen unverdienten Punkt mitgenommen, zahlten aber den Preis für eine völlig verschlafene erste Halbzeit.

Es war lange Zeit ein lebloser Auftritt, ohne Biss und ohne Leidenschaft, als hätten sie ihre Köpfe nicht frei. Dass etwas in den Köpfen herumspukt, ist nicht verwunderlich. Das Matchfixingsekretariat von Danmarks Idræts Forbund (DIF) lässt sich mit dem „Fall SønderjyskE“ viel Zeit und lässt die Hellblauen im Ungewissen.

Man hätte aber dennoch mehr Engagement und mehr Biss in den Zweikämpfen verlangen können, auch das Abwehrverhalten ließ zu wünschen übrig. Die Viererkette war viel zu oft ohne Abstimmung. Der zurückgekehrte Kapitän Marc Pedersen ist noch weit von seiner Normalform entfernt, machte im Zweikampfverhalten oft eine schlechte Figur, und auch Simon Poulsen hatte auf der linken Abwehrseite große Probleme.

Hinzu kamen dicke Patzer wie von Stefan Gartenmann, der in der 27. Minute seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Troels Kløve den Ball vor die Füße spielte. Kløve bedankte sich mit einem sehenswerten Distanzschuss zum 2:0.
Zuvor hatte Nicklas Helenius bereits einmal die fehlende Abstimmung genutzt. Ein simpler Heber über die schlecht postierte Viererkette reichte zum 1:0.

SønderjyskE konnte sich glücklich schätzen, zur Halbzeitpause nur mit 0:2 zurückzuliegen. OB hatte in der 51. Minute Pech bei einem Pfostentreffer und hätte weitaus mehr Tore machen können, nahm aber zu früh den Gang raus. Die Gäste stellten zur zweiten Halbzeit von der gewohnten 4-1-4-1- auf eine 4-3-3-Formation um und übernahmen immer mehr das Kommando.

Wenige Minuten nachdem Mads Hvilsom zu lange gefackelt und Mikael Uhre den Pfosten getroffen hatte, fiel dann doch das Anschlusstor. Eine Flanke von Eggert Jonsson wehrte Kenneth Emil Petersen mit der Hand ab. Niki Zimling verwandelte den fälligen Elfmeter und gab seiner Mannschaft neue Hoffnung.
SønderjyskE machte Druck und war auch einige Male gefährlich, doch der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen. Auch weil der Pfiff von Schiedsrichter Benjamin Willaume Jantzen ausblieb, als Eggert Jonsson von Casper Nielsen im Strafraum gefoult wurde.

Es wäre auch nicht verdient gewesen. Die Hellblauen müssen sich Sorgen machen, wenn sie noch einmal solche 45 Minuten wie in der ersten Halbzeit hinlegen. Der Vorsprung zu dem Relegations-Playoff-Platz beträgt noch acht Punkte, aber mit solch einem leblosen Auftritt kann dieser schnell dahinschmelzen.


OB - SønderjyskE (2:0) 2:1
1:0 Nicklas Helenius (6.), 2:0 Troels Kløve (27.), 2:1 Niki Zimling (Handelfmeter/65.)
OB: Sten Michael Grytebust – Kenneth Emil Petersen, Marco Lund, Jacob Barrett Laursen – Mathias Greve (66.: Mikkel Desler), Jeppe Tverskov, Troels Kløve, Casper Nielsen (89.: Joao Pereira) – Nicklas Helenius (80.: André Rømer), Anders K. Jacobsen.
SønderjyskE: Sebastian Mielitz – Stefan Gartenmann, Marc Pedersen, Kees Luijckx, Simon Poulsen (71.: Nicholas Marfelt) – Niki Zimling – Emil Scheel, Rasmus Vinderslev (46.: Mads Hvilsom), Eggert Jonsson, Christian „Greko“ Jakobsen – Mikael Uhre (63.: Søren Frederiksen).
Gelbe Karten: Jeppe Tverskov.
Schiedsrichter: Benjamin Willaume Jantzen.
Zuschauer: 2.933.

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