Eishockey

Angstgegner souverän in die Knie gezwungen

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Herning
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Frederik Storm jubelt über sein Tor zum 3:0. Foto: Scanpix/Joe Klamar

Die rauschende WM-Party geht für Dänemarks Eishockeyspieler und ihre Fans weiter. Der WM-Gastgeber konnte mit großer Effektivität im Powerplay Norwegen mit 3:0 schlagen.

Schon so oft hat der Erzrivale aus Norwegen in der Vergangenheit in der Olympia-Qualifikation oder Weltmeisterschaften die dänischen Träume platzen lassen, doch derzeit scheint nichts die dänische Eishockey-Nationalmannschaft aufhalten zu können.

Der Gastgeber hat bei der Weltmeisterschaft in Herning den Rückenwind aus dem magischen Abend gegen Finnland genutzt und auch den Angstgegner in die Knie gezwungen. Das hohe Niveau aus dem Finnland-Spiel wurde nicht erreicht, aber mit dem ungefährdeten 3:0-Sieg im Schlüsselspiel vor 10.800 Zuschauern im erneut ausverkauften Boxen in Herning wurde das Tor zum Viertelfinale ganz weit aufgestoßen.

Die Dänen legten zwar einen holprigen Start hin und taten sich mit der ungewohnten Favoritenrolle schwer, gegen die unbequemen Norweger die Oberhand zu gewinnen, doch durch das Überzahl-Tor von Nicklas Jensen in der Schlussminute des Anfangsdrittels löste sich die Verkrampfung.

Der WM-Gastgeber bekam Spiel und Gegner in den Griff und konnte unter Beweis stellen, dass dies die beste dänische Eishockey-Nationalmannschaft ist, die es jemals gegeben hat. Und dies obwohl zwei der allerbesten Spieler fehlen und nun definitiv nicht mehr bei dieser WM für Dänemark spielen werden. Lars Eller und Nikolaj Ehlers sind mit den Washington Capitals bzw. Winnipeg Jets ins Halbfinale um den Stanley Cup eingezogen.

Pech, könnte man meinen, doch die Dänen können umgekehrt von Glück reden, dass die Toronto Maple Leafs bereits in der ersten Runde der NHL-Playoffs gescheitert sind, denn Frederik Andersen ist die vielleicht allerwichtigste Figur in dieser so starken dänischen Auswahl. Der 28-jährige Herninger wird derzeit zu den zehn besten Torhütern der Welt gerechnet, wenn nicht sogar zu den fünf besten. Und er ist der mit Abstand beste dieses Turniers, wie seine Vorderleute immer wieder betonen. Frederik Andersen war gegen Norwegen wieder einmal der Fels in der Brandung und verhinderte, dass die Norweger ins Spiel kamen.

Die Dänen gewannen aber in erster Linie durch eine beeindruckende Effektivität in den Überzwahl-Situationen. Nicklas Jensen legte in der 27. Minute sein zweites Powerplay-Tor nach und der ehemalige SønderjyskE-Stürmer Frederik Storm sorgte in der 34. Minute für die Vorentscheidung.

Der WM-Gastgeber kann mit etwas Glück und Schützenhilfe bereits den Viertelfinal-Einzug perfekt machen, wenn der bislang noch punktlose Prügelknabe aus Südkorea am Sonnabend ab 16.15 Uhr der Gegner ist. Zum Abschluss der Vorrunde wartet am Dienstag Lettland.

Foto: Scanpix/Joe Klamar
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