Eishockey

Regin verspürt keine Tonnenlast auf den Schultern

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Herning
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Nichlas Hardt und Peter Regin mussten gegen Südkorea hart für die Punkte kämpfen. Foto: Scanpix/Henning Bagger

Die dänische Eishockey-Nationalmannschaft sind mit dem mühevollen 3:1-Sieg gegen Prügelknabe Südkorea dem Viertelfinal-Einzug bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land ein weiteres Stück näher gerückt, benötigt noch aber einen Punkt gegen Lettland.

Noch nie hat eine dänische Eishockey-Nationalmannschaft seit Einführung der zwei Achter-Gruppen bei einer Weltmeisterschaft nach sechs der sieben Spieltage so viele Punkte gesammelt wie bei der Heim-WM. Mit elf Zählern haben die Dänen das Ergebnis von 2016 in Russland egalisiert, als sie später im Viettelfinale mit 1:5 an Finnland scheiterten. Es müssen aber noch mehr Punkte herausspringen, wenn der WM-Gastgeber erneut ins Viertelfinale einziehen will.

Es ist der Verdienst der Mannschaft, dass die dänischen Spieler jetzt mit dem Erwartungsdruck der Fans ins allesentscheidende Gruppenspiel am Dienstag gegen Lettland gehen, doch der Kapitän verspürt keine Tonnenlast auf den Schultern.

„Bis auf das Spiel gegen Kanada und teilweise auch das gegen die USA haben wir ein gutes Turnier gespielt. Ich verspüre nur einen positiven Druck. Wir haben unsere Leistung gebracht und ich finde nicht, dass wir ganz Dänemark auf unseren Schultern haben. Ich sehe nicht die Gefahr rauszufliegen, sondern vielmehr die Möglichkeit, das Viertelfinale zu erreichen. Diese Möglichkeit hätte durchaus schon weg sein können, wenn wir unsere Leistung nicht gebracht hätten“, meint Peter Regin, der sich nach einem intensiven Programm auf die beiden Ruhetage freut: „Wir haben sechs Spiele in neun Tagen gemacht. Das spürt man schon, und das konnte man auch gegen die Koreaner sehen. Obwohl es aber nicht so schön anzusehen war, wie wir es uns alle erhofft hatten, ist es uns dennoch gelungen, unseren Fokus zu wahren, denn solch ein Spiel hätten wir locker verlieren können, wenn wir locker gelassen hätten. Das war nicht unser Tag.“

Dänemarks Mannschaftskapitän hatte sich auf ein schweres Spiel gegen den noch punktlosen Prügelknaben aus Südkorea eingestellt.

„Wir haben noch nie gegen die Koreaner hoch gewonnen, es ist immer eng gewesen. Wir wussten, dass es schwer werden könnte. Es waren alle anderen, die dachten, dass es einfach werden würde. Nur mit zwei frühen Toren hätte es vielleicht einfach werden können“, sagt Peter Regin und fügt hinzu, dass die Dänen die eigene Medizin schmeckten: „Wir haben vielleicht ein wenig Tempo vermissen lassen, taten uns aber schwer, Chancen gegen die Koreaner zu erspielen, die hinten drin standen und nur verteidigten, wie wir es auch gegen die großen Nationen tun. Wir haben aber die Ruhe bewahrt und sind nicht in Panik verfallen.“

Nichlas Hardt machte erst knapp vier Minuten vor Schluss mit dem 3:1 den Sack zu.

„Es wäre leicht gewesen, frustriert zu sein, aber wir haben die Geduld bewahrt und die drei Punkte geholt“, so Hardt, der sich mit Hinblick auf das Lettland-Spiel ebenfalls nicht mit negativen Gedanken beschäftigen will: „Wir haben ein richtig gutes Turnier gespielt und fühlen uns für die Aufgabe hundertprozentig bereit. Wenn man erst denkt, dass es schief geht, dann geht es auch schief. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit dem Publikum im Rücken ein gutes Ergebnis erzielen.“

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