Stachelbeeren

Beerenstarke Früchte – mit vielen Möglichkeiten

Marlies Wiedenhaupt
Marlies Wiedenhaupt Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Stachelbeeren
Zum Reinbeißen schöne Früchte. Foto: Adobe Stock

Verkannt, unterschätzt und wenig beachtet. – Stachelbeeren! Liegt es am Namen? Dessen erster Wortteil an Schmerz und Unannehmlichkeiten denken lässt? Im Gegensatz zur Himbeere, wo das Wort allein schon ein sinnliches Hmmmm! mittransportiert.

Verkannt, unterschätzt und wenig beachtet. – Stachelbeeren! Liegt es am Namen? Dessen erster Wortteil an Schmerz und Unannehmlichkeiten denken lässt? Im Gegensatz zur Himbeere, wo das Wort allein schon ein sinnliches Hmmmm! mittransportiert.

Aber – weg mit den Äußerlichkeiten und ran an die Qualitäten von Ribes uva-crispa. Denn die Stachelbeere hat mehr Positives zu bieten, als vielleicht gemeinhin bekannt. Mehrmals – etwa ab Ende Mai bis Juli – kann sich der Hobbygärtner ans Pflücken machen und Früchte mit unterschiedlichen Reifegraden ernten, weil sie für unterschiedliche Zwecke verwendet werden können: unreif zum Einkochen und als Kuchenbelag, hartreif für Konfitüren und Gelees, etwa ab Mitte vollreif und dann vor allem für den frischen Verzehr geeignet.

Auf jeden Fall lohnt es sich, die Stachelbeere, die je nach Sorte eine feine oder feste Haut hat, glatt oder leicht behaart, rot-violett, grün oder goldgelb ist, etwas näher kennenzulernen.
Stachelbeeren bieten unendlich viele Möglichkeiten, sie zu schmackhaften Leckereien zu verarbeiten.

Stellt man sich eine Stachelbeer-Vanilletorte vor, läuft einem nicht nur wegen der säuerlichen Beeren das Wasser im Mund zusammen. Auch Stachelbeer-Butterkuchen mit Mandelplättchen klingt verlockend, und wer würde schon ein Quark-Sahne Dessert mit karamellisierten Stachelbeeren verschmähen?

Die oft leuchtend grünen Beeren liefern Ballast- und Mineralstoffe, vor allem Kalium, und sind reich an Vitamin C und Provitamin A sowie gesunden Fruchtsäuren.

Standort und Boden

Wer Stachelbeeren im eigenen Garten anbauen möchte, sollte bedenken, dass sie leichten Schatten vertragen, sich in praller Sonne hingegen schon mal einen Sonnenbrand an den Früchten zuziehen können. „Etwas geschützt durch größere Gehölze, etwa Obstbäume, stehen sie ideal“, heißt es auf der Internet-Seite „mein-schoener-garten.de“. Außerdem wird empfohlen, die Sträucher nicht in spätfrostgefährdeten Lagen zu pflanzen. „Sie vertragen zwar tiefe Temperaturen im Winter, aber wegen ihrer frühen Blüte könnten sie ansonsten beschädigt werden. Der Boden sollte locker, humusreich und nicht zu trocken sein. Durchlässige Sandböden daher mit Humus anreichern.“ Ideal seien nährstoffreiche, mittelschwere Böden mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit. „Auf zu trockenen Standorten gedeihen die Sträucher nicht.“

Pflege

Der Hobbygärtner sollte sowohl auf gleichmäßige Wasserversorgung achten als auch darauf, den Boden nicht zu hacken, um die Wurzeln nicht zu verletzen.
Stachelbeeren bilden ihre Früchte vor allem an den einjährigen Seitentrieben älterer Triebe. Diese gilt es zu fördern – durch einen regelmäßigen Schnitt. Nach der Herbstpflanzung wird zum ersten Mal im darauffolgenden Frühjahr oder schon im ausgehenden Winter geschnitten.

Dazu werden die kräftigsten Bodentriebe um etwa ein Drittel eingekürzt. „Die restlichen Bodentriebe, bis auf etwa sechs Stück, werden ganz entfernt“, empfehlen Experten. In den Folgejahren sollten jährlich zwei alte Bodentriebe ersetzt werden, indem man sie im zeitigen Frühjahr bodennah kappt. „Lassen Sie dafür zwei einjährige, junge Bodentriebe stehen. Kürzen Sie Bodentriebe, die zu lang werden, um etwa ein Drittel ein und lenken Sie sie auf einen nach außen wachsenden Seitentrieb um.“

Einjährige Seitentriebe unbedingt stehen lassen, sie tragen im Folgejahr Früchte. Zu dicht stehende und nach innen wachsende Seitentriebe werden hingegen entfernt. Das erleichtere die Ernte – vor allem bei den stacheltragenden Sorten. Beachtet der Gärtner dies nicht, wird er hautnah spüren, warum die Pflanze so heißt, wie sie heißt.

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