Pflegetipps

Holzfußboden – wie behandeln?

Marlies Wiedenhaupt
Marlies Wiedenhaupt Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Ein Holzfußboden strahlt Wärme und Gemütlichkeit aus. Wäre er unbehandelt, würde er schnell weniger schön aussehen. Foto: Karin Riggelsen

Fußböden sauber halten, ist eine Kunst für sich. Wird die Fläche mit Seife oder Öl bearbeitet, fällt dies gleich leichter. Aber auch eine gute Vorbereitung ist wichtig.

Lauge, Seife, Öl oder Lack? Was eignet sich für die Oberflächenbehandlung des neuen oder frisch geschliffenen Holzfußbodens am besten? Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Methoden? Ein unbehandelter Holzfußboden kann durch Flecken, Schmutz oder Verschleiß schnell unschön aussehen. Dagegen hilft eine Oberflächenbehandlung, versichert das Ratgeberforum für Hausbesitzer, Bolius.dk. Anschließend lasse er sich leichter sauber halten.

Wie oft die Oberfläche behandelt werde, hänge letztlich vom Gebrauch ab. „Wichtig ist aber, den Boden oft zu saugen und mit den entsprechenden Reinigungs- und Pflegemitteln einmal pro Woche zu behandeln“, heißt es. Möchte man, dass der frisch geschliffene, helle Holzboden sein schönes Aussehen lange behält, sollte der Boden gelaugt werden. Das verhindere die natürliche Vergilbung des Holzes. Für dunkle Holzsorten wie Mahagoni oder Teak sei Lauge allerdings nicht geeignet. Letztlich diene die Laugenbehandlung aber nur als Vorbereitung für eine Bearbeitung mit Seife oder Öl.

Vorarbeit mit Lauge

• Die Lauge auf dem sauberen, trockenen Holz mit einer Rolle, einem Pinsel oder einem Schwamm verteilen (am besten mit Schutzbrille und Handschuhen).
• Die Oberfläche leicht anschleifen, wenn der Boden nach etwa acht Stunden trocken ist. Am leichtesten geht das per Hand, entweder mit einem weichen Schleifschwamm (Körnung 100-120) oder mit einem Schleifklotz plus Sandpapier.
• Anschließend gründlich staubsaugen. Nun ist der Boden bereit für die eigentliche Behandlung mit Seife oder Öl.

Für einen alten Holzfußboden mit rustikalen Brettern oder Spuren von Wurmlöchern sei die Behandlung mit Seife eine gute Lösung. „Das ergibt eine schöne, natürliche Oberfläche und – wenn es richtig gemacht wird – ein verhältnismäßig widerstandsfähiges Holz. Der Boden muss allerdings öfter gereinigt werden, als ein mit Öl oder Lack behandelter. Die Seife ist im Farbenhandel, in Baumärkten oder gut sortierten Supermärkten erhältlich.

Behandlung mit Seife

• Die Seife mit Wasser mischen, wie vom Hersteller angegeben.
• Masse auf dem sauberen Boden verteilen und mit einem Lappen, Mob oder Besen glatt streichen.
• Den Boden mit einem stark ausgewrungenen Lappen trockenwischen.

Diese Behandlung sollte mindestens dreimal wiederholt werden und der Boden jedes Mal trocken sein. Für hartes Holz wie Esche oder Eiche der Seife so wenig Wasser wie möglich beimischen.

Pflege und Reinigung: Um Risse zu vermeiden, den Boden mit einem weichen Besen reinigen oder mit einem Staubsauger, dessen Düse ebenfalls mit weichen Bürsten ausgestattet ist. Anschließend den Boden mit demselben Seifentyp reinigen, mit dem er zuvor behandelt wurde. Auch Seifenspäne seien dafür gut geeignet. Grundsätzlich sei ein solcher Boden aber empfindlicher, als einer, der mit Öl oder Lack behandelt wurde.

Behandlung mit Öl

„Öl ergibt eine strapazierfähige Oberfläche, wenn es eine entsprechenden Härter enthält“, berichtet Bolius. Zudem lasse sich das helle Aussehen von hellen Holzsorten durch eine Weißpigmentierung verstärken. „Das Öl verleiht der Fläche ein seidenmattes Aussehen und stärkt die Widerstandskraft gegen Schmutz und Verschleiß.“ Die Behandlung mit Öl sei nicht so langlebig wie die mit Lack, lasse sich aber leichter auffrischen – zum Beispiel an abgenutzten Stellen.

So geht’s:
• Boden reinigen und trocknen lassen. Öl auftragen bis die Oberfläche gesättigt ist. Anschließend mit Pinsel oder Rolle gründlich einarbeiten.
• Überschüssiges Öl mit einem sauberen, trockenen Lappen entfernen.
• Nach 24 Stunden mit Schleiffilz oder einem Scheuerschwamm schleifen. Bei einer Fläche von mehr als 15 Quadratmetern bietet sich an, eine Maschine einzusetzen, z. B. einen Rundschleifer mit Polierscheibe.
• Zwei weitere dünne Schichten Öl im Abstand von sechs bis acht Stunden auftragen, wobei Überschüssiges wieder abgetrocknet wird.
• Nach der letzten Schichtmindestens sechs Stunden warten, bevor das Holz ein weiteres Mal poliert wird.

Bei dieser Arbeit wird zudem ein gründliches Lüften empfohlen. Nach 24 Stunden kann der Boden vorsichtig betreten und nach etwa vier Tagen normal genutzt werden.

Behandlung mit Lack

Lack gibt dem Holzfußboden eine strapazierfähige matte, halbglänzende oder glänzende Oberfläche, die leicht sauber zu halten ist und meist mehrere Jahre hält. Die Arbeitsschritte gleichen der Behandlung mit Öl.

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