Wirtschaft

Arla spart, um den Bauern mehr zahlen zu können

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Aarhus
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Arla will kräftig sparen. Brexit, fallende Milchpulverpreise und das Deutschlandgeschäft sind nicht gut fürs Geschäft.

Der europäische Meiereiriese Arla mit Hauptsitz in Aarhus muss kräftig Kosten sparen. In der „ größten Sparrunde“ der Konzerngeschichte sollen dabei bis 2020 unterm Strich rund drei Milliarden Kronen herauskommen. Das entspricht 16 bis 17 Öre extra pro Liter Milch. Das Programm „Calcium“ soll den Arla-Produzenten wieder Spitzenpreise bringen für ihre Milch.

Brexit ist ein Grund

Gründe dafür, dass der Gürtel enger geschnallt werden muss, sind u. a. die schon zu spürenden Auswirkungen des Brexit mit daraus folgenden Währungsschwankungen – aber auch stark fallende Preise für Milchpulver oder das schlechte Deutschlandgeschäft des Konzerns schlagen zu Buche. Die Arla Foods Deutschland GmbH schreibt seit Jahren rote Zahlen in der Milliardenklasse.

Entlassungen werden die Folge sein

Generell hat Arla längere Zeit unter großem Wettbewerbsdruck gelitten an den Märkten. So legt der niederländische Konkurrent Royal FrieslandCampina bessere Bilanzen vor als Arla – auch beim Milchpreis für die Bauern. Arla will daher das als Transformationsprogramm bezeichnete Sparprojekt einleiten. Firmenchef Peder Tuborgh macht keinen Hehl daraus, dass Entlassungen im Kreis der rund 19.000 Mitarbeiter die Folge sein werden. Ein Anstellungsstopp wurde schon erlassen. Der Druck auf den Konzern sei in den vergangenen Monaten gestiegen, so Tuborgh. Im vergangenen Jahr machte Arla 80 Milliarden Kronen Umsatz. 2,2 Milliarden der angepeilten Einsparungen von 3,3 Mrd. Kr. sollen umgehend an die gebeutelten Bauern als höhere Preise zurückfließen. Der Rest soll reinvestiert werden in den Konzern.

Teuer für die Bauern

Alle Meiereien haben es aktuell schwer – bei Arla geht die Talfahrt laut Finans jedoch schneller. Seit Neujahr hat Arla den Literpreis um rund 56 Öre gesenkt. Das entspricht einem jährlichen Gewinnverlust von knapp 7 Milliarden Kronen auf Konzernbasis. Für den Durchschnittsproduzenten bedeutet der Preisfall auf Jahresbasis rund 880.000 Kronen weniger.

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