Konkurrenz für Andrea Nahles

Simone Lange will die SPD-Basisarbeit reformieren

dpa/shz.de
Flensburg/Berlin
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Simone Lange (SPD). Foto: Christian Charisius/shz.de

Lange plant, was sich in der SPD im Falle ihrer Wahl zur SPD-Vorsitzenden ändern soll – und hat konkrete Ideen.

Mehr Videokonferenzen, hauptamtliche Mitarbeiter vor Ort und Online-Abstimmungen: Die Gegenkandidatin von Andrea Nahles für den SPD-Vorsitz, Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange, will die Parteiarbeit im Falle ihrer Wahl an der Basis reformieren. „Im 21. Jahrhundert darf kein Parteibüro ohne Konferenz und Videotechnik sein“, teilte sie am Donnerstag zur Vorstellung ihres Reformplans mit.

Ortsvereine sollen zudem mehr hauptamtliche Unterstützung erhalten. „Dadurch können wir nachhaltige Strukturen schaffen und Parteiarbeit verlässlich garantieren, auch in Gebieten, wo die SPD schwach aufgestellt ist.“ Lange will auf dem SPD-Sonderparteitag am 22. April in Wiesbaden gegen Bundestagsfraktionschefin Andrea Nahles antreten – nach dem Rücktritt von Martin Schulz wird aller Wahrscheinlichkeit nach erstmals in 155 Jahren Parteigeschichte eine Frau die SPD führen.

Wichtig sei für die Ortsvereine die notwendige Sachausstattung für digitale Abstimmungsverfahren und digitale Arbeitsweisen – zur schnelleren Meinungsbildung schlägt die frühere Polizeibeamtin Online-Votings vor. Zudem müsse die ehrenamtliche Parteiarbeit an der Basis besser gewürdigt werden, der Vorstand müsse vor Ort präsenter sein.

Vorstandssitzungen sollten auch dezentral in den Bundesländern stattfinden. Und es brauche ein neues Parteiprogramm. „In Zukunft müssen wir wieder für die Menschen da sein, die uns wirklich brauchen, denn die Sozialdemokratie muss sich entscheiden, für wen sie im Land eintritt und sich verabschieden von dem Irrglauben, man könne alle Interessen gleichzeitig gut vertreten“, sagte Lange.

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