Kommentar

Sagt es uns!

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Apenrade/Aabenraa
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Den Nordschleswiger gibt es in vielen Formen.
Foto: DN

Der Nordschleswiger steht vor dem Wandel von der Papierzeitung zum reinen Internet-Medium. Diese Zukunft lässt sich aber nur gestalten, wenn sich jüngere Menschen aktiv einbringen. Tut dies mehr, fordert Helge Möller. Mit den vielen Möglichkeiten, die uns heute die Technik bietet, können wir Antworten finden, meint er.

Es wird so kommen. Eines Tages in nicht allzu ferner Zeit wird ein allerletztes Mal der Nordschleswiger im Postkasten liegen. Es wird das Ende einer jahrzehntelangen Tradition sein. Fast unvorstellbar. Danach wird es, mit Übergang oder nicht, Nachrichten aus der deutschen Minderheit und aus Dänemark nur noch über das Internet und ein geeignetes Gerät geben. Wer kein Tablet, Smartphone oder keinen PC hat, wird diese Nachrichten nicht mehr lesen können – wenn es nicht eine Hilfestellung in irgendeiner Form gibt.

Der Nordschleswiger, der BDN und der Sozialdienst werden mit Sicherheit alles tun, um so viele wie möglich in die digitale Welt mitzunehmen. Doch der Nordschleswiger wird einige treue Leser verlieren. Das ist nachvollziehbar. Zu komplex ist diese Online-Welt für jemanden, der nie einen Zugang zu ihr gefunden hat und auch nicht finden musste, weil es auch ohne gut ging. Es ist aber auch nicht so, dass über 60-Jährige nichts von moderner Technik verstünden, sie nutzen ihr Smartphone gern und schauen bei Facebook, was Freunde und Bekannte so treiben. Das ist gut, denn das macht den Wechsel zu einem digitalen Nordschleswiger der Zukunft einfacher.

Diese Zukunft lässt sich aber nur gestalten, wenn sich jüngere Menschen aktiv in ihr Medium Der Nordschleswiger einbringen. Auf der Generalversammlung des Pressevereins, nahm nur der Vorsitzende der jungen SPitzen als Vertreter der jüngeren Generation teil.

Die Stimme der Jüngeren mehr als bisher wahrzunehmen, wäre für den Nordschleswiger aber wichtig. Wir lieben es, für die deutsche Minderheit zu schreiben und wollen dabei für alle eine verlässliche und interessante Nachrichtenquelle sein – für Eltern, für Heranwachsende und für die Älteren. Das Medienverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener bis 30 ist ein gern untersuchtes Thema. Fest steht, dass die meisten mit einer gedruckten Zeitung nichts (mehr) anfangen können. Wichtig für die Minderheit und ihr Medium wäre zu wissen, welche Nachrichten, Informationen sie aus Nordschleswig hören und sehen möchten – und auf welche Weise. Das gilt auch für diejenigen, die Nordschleswig verlassen haben, um zu studieren oder zu arbeiten. Ihre Meinung ist gefragt, welche Inhalte sie aus der Heimat interessieren.

Wir kennen das Nutzerverhalten der Leser auf unseren Seiten im Netz und wissen, was „geklickt“ wird. Doch die Zahlen sagen uns nicht, was fehlt. Deshalb: Sagt es uns! Mit den vielen Möglichkeiten, die uns heute die Technik bietet, können wir Antworten finden.

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