Die 60er und 70er

Antibabypille und Mixtapes: Artefakte für Ausstellung gesucht

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Schallplatten
Foto: Umberto Cofini/Unsplash

Wirtschaftswunderzeit und Popkultur in Nordschleswig: Das Museum Sønderjylland plant eine gemeinsame Schau in Hadersleben, Tondern und Apenrade.

Das Museum Sønderjylland plant eine umfassende Ausstellung zum Thema 1960er- und 70er Jahre in Nordschleswig. Die Abteilungen Hadersleben, Tondern und Apenrade werden je ein Thema aufgreifen.Zunächst aber suchen die Mitarbeiterinnen Lisette Juhl Hansen und Mariann Kristensen nach Leihgaben und Schenkungen aus der Bevölkerung. Prinzipiell ist alles von Interesse, auch ist der Zustand der Erinnerungsstücke nicht ausschlaggebend.

Bereits Sonntag, 22. April, geht die Sammlung los, im Vortragssaal des Reichsarchivs Apenrade, Haderslevvej 45, kann von 10 bis 15 Uhr „alles“ angeboten werden: Allerdings behält sich das Museum vor, Angebotenes abzulehnen.

Doch was hat eigentlich Interesse? Bei Möbeln zum Beispiel das typische Cadovius Regal, das „Skibsbriks“-Bett, Sitzsäcke. An Einrichtungsgegenständen gerne Fernseher, Schreibmaschine, Plattenspieler, Küchengeräte (und die gerne in schrillen Farben), Keramik, Rasierapparate. Schallplatten, besonders mit Jazzmusik und „Dansktop“. Gerne von lokalen Künstlern.
Bekleidung: Herrenoberbekleidung oder ein Brautkleid.

Beispiele für das Leben im neu gewonnenen Wohlstand

Erinnerungsstücke an Musikerlebnisse, etwa Eintrittskarten, Plakate von großen Konzerten in der Region, Mixtapes mit Lieblingsmusik. Auch die Neuheiten der Zeit sind relevant für die Schau: Antibabypille-Verpackungen, Jugendzeitschriften, Transistorradios. Beispiele für das Leben im neu gewonnenen Wohlstand: Foto von der Familie vor der neuen Wohnung, Stimmungsbilder mit der zeittypischen Inneneinrichtung. Fotos, Schmalfilmaufnahmen.

Oder auch ganz etwas anderes, das das Leben der 60er- und 70er Jahre in Nordschleswig beleuchtet. Was hat den Menschen wirklich etwas bedeutet?

Fragen zur Sammelaktion beantworten die Museumsmitarbeiterinnen Lisette Juhl Hansen und Mariann Kristensen, siehe Infobox. Das Museum behält sich das Recht vor, Gegenstände abzulehnen.

In Apenrade wird übrigens die Musik ihren Platz haben: Wo der Jazz damals nach und nach seine Bedeutung für die Jugend einbüßte, da hielt die Rockmusik ihren Einzug. Also raus mit der alten Plattensammlung: Vielleicht kommt sie ins Museum.

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