Soziales

Ausschuss hat Mut zu mehr

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Das Apenrader Rathaus. Foto: Anke Haagensen

KIK 2: Sozialhilfeempfänger sollen selbstversorgend werden. Ein Projekt für 60 Millionen Kronen ist in Planung.

Nach dem erfolgreichen KIK-Projekt hat der Arbeitsmarktausschuss Mut zu mehr: Ein ähnliches Investitionsprojekt für 60 Millionen Kronen, verteilt über vier Jahre, soll folgen.

Der Arbeitstitel lautet KIK 2. Da das aber langweilig klingt, soll möglichst noch ein mundgerechterer Name ausgesucht werden. KIK-Up gehört momentan zu den Favoriten. Nachdem das erste KIK-Projekt gezielt aktivitätsbereiten Bürgern und Geflüchteten den Weg aus dem Sozialhilfe-Dasein ebnete, soll das neue Projekt nun alle Sozial- und Ausbildungshilfeempfänger umfassen. Ziel ist es, die Gesamtzahl um ein Drittel zu reduzieren.

1.100 Apenrader von diesen öffentlichen Leistungen abhängig

Momentan sind 1.100 Apenrader von diesen öffentlichen Leistungen abhängig. Die Zahl soll nach vier Jahren auf 800 gesenkt werden. „Es werden tatsächlich nicht nur 300 Bürger sein; die reelle Zahl ist höher, weil ja immer neue hinzukommen. – Wir wissen, dass es ein ambitioniertes Ziel ist“, gibt der Vorsitzende des Arbeitsmarktausschusses, Ejler Schütt (DF), zu; er hält es aber nach den Erfahrungen aus dem KIK-1-Projekt keineswegs für unrealistisch.

„Eine Investition birgt immer ein gewisses Risiko; die Rechnung kann auch nicht aufgehen“, räumt der zuständige Stabs- und Arbeitsmarktdirektor, Søren Lorenzen, ein. Doch auch er ist äußerst zuversichtlich, dass das Ziel nicht zu hoch gegriffen ist, da seine Mitarbeiter beim ersten KIK-Projekt wichtige Erfahrungen gesammelt haben, die jetzt gewinnbringend eingesetzt werden können. Zur Erinnerung: Für KIK 1 hatte die Kommune Apenrade über eine vierjährige Periode (2016-2019) 68 Millionen Kronen investiert. Elf Monate vor Ende der Projektdauer war das Ziel erfüllt. Die Anzahl von aktivitätsbereiten Sozialhilfeempfängern wurde von anfangs 1.008 auf unter 500 Bürger gesenkt.

Die Mitglieder des Arbeitsmarktausschusses haben einstimmig den entsprechenden Antrag an den Ökonomieausschuss weitergeleitet. Anschließend muss auch noch der Stadtrat die Investition genehmigen. Schütt ist zuversichtlich, dass der Vorschlag eine deutliche Mehrheit findet.

Der Antrag des Arbeitsmarktausschusses sieht vor, dass das KIK-1-Projekt vorzeitig, möglichst schon zum 1. Juni, beendet und dass dann sofort mit KIK 2 fortgesetzt wird. Die 60 Millionen Kronen würden sich nicht gleichmäßig über die vier Jahre verteilen. Der Löwenanteil wäre schon im ersten Jahr fällig, da neun neue Sachbearbeiter eingestellt werden müssten zusätzlich zu den fünf Mitarbeitern, die im Zuge des ersten KIK-Projektes eingestellt wurden.

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