Flucht und Einwanderung

Geflüchtete wollen sehr wohl Dänisch lernen

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Probleme, wie sie aus anderen Teilen des Landes gemeldet werden, kennt die Kommune Apenrade nicht. Die Geflüchteten lernen schneller die Sprache an einem Arbeitsplatz, meint ein Direktor.

Die Sprachförderung von Geflüchteten steht aktuell landesweit im Fokus, weil anderswo viele dem Kursus fernbleiben. In der Kommune Apenrade ist dieser Trend nicht spürbar.

„Das hängt vielleicht damit zusammen, dass wir zu Sanktionen schreiten. Wer unentschuldigt dem Unterricht fernbleibt, dem werden die Sozialleistungen gestrichen“, sagt der Vorsitzende des zuständigen Arbeitsmarktausschusses, Ejler Schütt (DF). Dass die konsequente Verfahrensweise dem Parteibuch des Vorsitzenden geschuldet ist, weist der zuständige Direktor, Søren Lorenzen, entschieden zurück. „Wir wenden die gesetzlich zulässigen Sanktionsmöglichkeiten an. Wie die anderen Kommunen das machen, weiß ich nicht. Wir registrieren die Kursteilnehmer mit ihrer Personennummer und wissen daher, wer am Unterricht teilnimmt oder nicht“, so Lorenzen.

Mit 32,9 Prozent klingt der Anteil der „Fernbleiber“ zwar hoch, allerdings unterscheidet die Zahl nicht zwischen entschuldigt und unentschuldigt. Die allermeisten sind entschuldigt, weil sie sich in Berufspraktika oder Ähnlichem befinden. „Die Geflüchteten lernen schneller die Sprache an einem Arbeitsplatz. Das zeigt die Erfahrung“, so Lorenzen.

Allerdings hat sich bei dem Dänischunterricht für Geflüchtete in der Kommune Apenrade gezeigt, dass der Bildungsstand wesentlich geringer ist, als angenommen.
Die Kommune Apenrade schildert am Beispiel der syrischen Flüchtlinge, die 2017 immerhin 40 Prozent der gesamten Kursteilnehmer in der Fördestadt ausmachten, die Herausforderungen des Dänischunterrichts. 47 Prozent waren Analphabeten oder zumindest funktionelle Analphabeten und mussten daher erst Lesen und Schreiben erlernen.

52 Prozent der syrischen Kursteilnehmer hatten in ihrer Heimat zumindest das Volksschulniveau erlangt und konnten im Dänischunterricht im Niveau 2 anfangen. Nur zwei der insgesamt 187 Personen hatten einen solchen Bildungsstand, dass sie sofort im Niveau 3 einsteigen konnten.

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