Gesundheitswesen

Krankenhaus Nordschleswig ist über den Berg

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Sygehus Sønderjylland Aabenraa
Das Krankenhaus in Apenrade. Foto: Sygehus Sønderjylland

Trotz zunehmender Gewalt-Vorfälle gibt es derzeit keine Pläne, einen Wachdienst einzuführen.

„Ich denke, dass wir mit dem Krankenhaus Nordschleswig über dem Berg sind. Es werden da nicht mehr große Problemfälle auftauchen. Eine neue Leitung kann innerhalb eines Jahres zwar nicht alles beheben, aber klar ist auch, dass es die Patienten verunsichert, wenn immer wieder Probleme im Krankenhausalltag festgestellt werden.“ So der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses der Region Süddänemark, Poul-Erik Svendsen (Soz.), auf die Frage, wann endlich Ruhe einkehrt in den Hospitälern in Nordschleswig, dem „Sygehus Sønderjylland“.

Jüngst kam heraus, dass die Arbeitsaufsicht dem „Sygehus Sønderjylland“ Auflagen gemacht hat, weil dort verstärkt physische und psychische Gewalt von „Kunden“ vorkam, insbesondere in der Notaufnahme und in der medizinischen Abteilung – teilweise ohne dass dies registriert wurde. Der Geschäftsausschuss des Regionsrates wurde diese Woche über die laufenden Maßnahmen informiert.

„Vieles haben wir in die Wege geleitet, aber wir denken in keinster Weise daran, einen Wachdienst einzurichten“, so Poul-Erik Svendsen. Man hat den besonders betroffenen Abteilungen gezielte Vorbeugungspakete bewilligt von der staatlichen Behörde für Arbeitsmarkt und Rekrutierung. So sollen Personal und Leitung in die Lage versetzt werden, Gewalt vorzubeugen und besser zu bearbeiten, wenn sie trotzdem auftaucht seitens einiger Patienten oder deren Angehörigen etc.

Das soll beim Personal aber auch bei den Patienten für Geborgenheit sorgen, damit man sich gemeinsam besser auf die eigentlichen Aufgaben eines Krankenhauses konzentrieren kann. Zudem soll man Episoden nicht unter den Teppich kehren, sondern darüber informieren, um davon zu lernen. Und es soll weiter daran gearbeitet werden, Werkzeuge und Methoden zu implementieren, um eine Risikobewertung von Patienten und Angehörigen vorzunehmen – ähnlich wie man es in der Psychiatrie oder im Sozialbereich tut.
„Das muss besser gehandhabt werden, aber an Wachpersonal denken wir – wie gesagt – nicht“, so Poul-Erik Svendsen angesichts der „Gewaltkultur“, deren Handhabung zukünftig ein fester Bestandteil des Alltags in den Krankenhausabteilungen sein wird.

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