Prognose

Dänemarks Bevölkerung wächst, aber nicht in Nordschleswig

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Kopenhagen/Sonderburg
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Foto: Kommune Sonderburg

Die Bevölkerung Nordschleswigs wird laut Danmarks Statistik schrumpfen, am meisten in Sonderburg. Vizebürgermeister Stephan Kleinschmidt will den Trend ins Positive kehren.

Laut Danmarks Statistik wird die Bevölkerung Dänemarks in den kommenden zehn Jahren um 4,8 Prozent wachsen, ein Plus von 279.000 Personen. Doch gibt es Unterschiede in den knapp 100 Kommunen. In den vier nordschleswigschen Kommunen werden 2028 weniger Menschen wohnen als heute, in Apenrade -0,5 Prozent (Platz 81), in Hadersleben -0,5 Prozent (Platz 82) in Tondern -2,7 (Platz 91) und in Sonderburg -3,0 Prozent (Platz 93).

Auf Platz eins liegt die Hauptstadt Kopenhagen; die Bevölkerung wird dort um 13,9 Prozent zulegen; Schlusslicht ist auf Platz 98 die Kommune Lemvig am Limfjord im Westen Jütlands mit minus 8,6 Prozent.

Kleinschmidt: Entwicklung in ein Plus verwandeln

Stephan Kleinschmidt (Schleswigsche Partei, SP), stellvertretender Bürgermeister Sonderburgs, kennt den Trend, sagt aber – so wie Danmarks Statistik auch: „Es ist nur eine Prognose.“ Gleichwohl gelte es, die Entwicklung positiv zu beeinflussen und mehr: „Ich glaube, wir können die Entwicklung abmildern und sie in ein Plus verwandeln. Aber wir dürfen nicht naiv sein. Wir bekommen nichts geschenkt, wir müssen selbst handeln. Wir brauchen in der Kommune Sonderburg eine Vielfalt an Arbeitsplätzen.“ Es gelte, sowohl öffentlich-private Partnerschaften als auch den Tourismus gerade auf Nordalsen zu fördern – auch um der Abwanderung von dort beispielsweise in die Stadt Sonderburg etwas entgegenzustellen. Als sehr positives Signal für Sonderburg sieht er den Umzug der Agrarbehörde nach Augustenburg und den Spatenstich für das Zentrum für industrielle Elektronik.

Die Statistikbehörde rechnet auch damit, dass sich in den kommenden zehn Jahren vor allem der Anteil der Menschen über 80 Jahre erhöht. 2028 wird es 58 Prozent mehr geben als heute. Erhöhen wird sich auch die Geburtenzahl – um 18 Prozent im Jahr 2027 im Vergleich zu 2017.

Die Anzahl der Einwanderer und deren Nachkommen wird auch steigen.Von heute 13,3 auf 15,8 Prozent in zehn Jahren. Danmarks Statistik erwartet das größte prozentuale Wachstum bei Nachkommen aus westlichen Ländern.

Danmarks Statistik betont, dass die Berechnungen nur den jetzigen Stand der Dinge wiedergeben würden. Ereignisse oder Handlungen im In- und Ausland können Trends ändern – und dies auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene.

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