100-Jahr-Feiern

2020: Flensburg würde gerne mit den Nachbarn feiern – vermisst jedoch Kontakt

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Flensburg/Apenrade
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Clemens Teschendorf Foto: Marcus Dewanger/shz.de

„Wir sollten gemeinsam feiern, was wir aus der Grenze tolles gemacht haben“, meint Flensburgs Stadtsprecher Clemens Teschendorf. Kontakt zu den dänischen Nachbarkommunen habe es diesbezüglich aber noch immer nicht gegeben.

Die Stadt Flensburg würde gern im Rahmen der 2020-Feierlichkeiten mit den direkten Nachbarn auf dänischer Seite feiern, dass es die deutsch-dänische Grenze nach 100 Jahren im Alltag kaum noch gibt – weil man hier so gut miteinander auskommt. Da sei man von dänischer Seite jedoch bisher kaum auf die Nachbarstadt zugekommen, so der Tenor aus Flensburg.

Stadtsprecher Clemens Teschendorf stellt aber klar, dass dies nicht als herbe Kritik, sondern als Anregung seitens der Oberbürgermeisterin Simone Lange gedacht sei. Der Koordinator auf dänischer Seite, Ex-Flensburg-OB Simon Faber, habe kritisiert, dass auf deutscher Seite relativ wenig passiere.

„Bisher machen wir da doch eher unser eigenes Ding“

Nun laufe die übergeordnete 2020-Planung auf deutscher Seite auf Landesebene, aber, so Teschendorf, man hätte sich von Flensburger Seite gewünscht, dass sich die direkten Nachbarn an der Grenze zusammensetzen, um zu erörtern, wie man das Thema „die Grenze heute“ mehr in den Mittelpunkt stellen könnte.

„Bisher machen wir da doch eher unser eigenes Ding. Wir sollten aber gemeinsam die Qualität dieser Grenze hervorheben. Es ist doch die große Chance zu zeigen, dass die Grenze nach 100 Jahren – trotz aller Diskussionen über Kontrollen und Zäune – quasi verschwunden ist, weil wir so gut miteinander auskommen. Wir sollten gemeinsam feiern, was wir aus der Grenze Tolles gemacht haben. Das ist als Appell zu verstehen und weniger als Kritik“, so der Flensburger Stadtsprecher.

Der BDN-Hauptvorsitzende Hinrich Jürgensen sitzt im dänischen Präsidium für die 2020-Feierlichkeiten – und auch im übergeordneten Komitee auf deutscher Seite. Er stellt fest, dass die Detailplanung nun ja erst anlaufe.

„Wenn Flensburg Wünsche hat für das Grenz-Städtedreieck, dann sollte man dies dort mit den Partnern Apenrade und Sonderburg lösen. Aber es ist ja noch nichts verpasst worden. Wir haben übergeordnet einige Eckdaten und dazwischen wird viel Platz sein für jede Menge Veranstaltungen und Feierlichkeiten – auch auf direkter nachbarschaftlicher Ebene“, so Hinrich Jürgensen mit dem Hinweis, dass man sich Montag im dänischen 2020-Präsidium trifft und am 18. April gibt es ein erstes Treffen im deutschen 2020-Komitee: „Die deutsche Minderheit wird da ja auch selbst und mit Partnern aktiv werden. Da ist für jeden Platz.“

Der 2020-Projektleiter auf dänischer Seite, Flensburgs Ex-Ob Simon Faber, möchte sich zur leisen Kritik aus Flensburg nicht äußern und verweist auf die Zusammenarbeit im Städtedreieck:
„Es ist klar, dass mein Fokus nördlich der Grenze liegt.“

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