Deutsche Minderheit

„Enttäuschend“: Bislang nur 3.500 Stimmen für MSPI

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Symbolische Unterschrift: Hans Heinrich Hansen signiert eine Europa-Karte. Foto: Cornelius von Tiedemann

Der BDN-Koordinator Thore Naujeck sieht die Initiative unter Druck und kann die geringe Beteiligung der Minderheit nicht nachvollziehen.

Knapp 10.000 Stimmen aus Dänemark bis zum 3. April sind das Ziel – doch davon ist man im Zuge der Minority SafePack Initiative (MSPI) noch weit entfernt. Rund 3.500 Stimmen sind bislang für Dänemark zusammengekommen.

Rund 1.000, höchstens 1.500 davon schreibt Thore Naujeck, Koordinator des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) und maßgeblich an der Stimmensammlung hierzulande beteiligt, der deutschen Minderheit in Nordschleswig zu. „Das ist wirklich enttäuschend“, so Naujeck. Er findet es unverständlich, wie man „einerseits von Minderheitenrechten profitiert, indem man sein Kind an einer deutschen Institution in Dänemark unterbringt, aber andererseits nicht unterschreiben will, wenn es um die Verankerung der europäischen Minderheitenrechte geht“.

Die Unterschriftensammlung in Dänemark gehe „nicht so gut voran, wie sie müsste“. Mit zwei Informationsabenden an der Uni Aarhus und der Uni Kopenhagen will man für die Kampagne werben. Zudem wird Naujeck bei der Reisemesse in Herning am Stand der dänischen Minderheit um Stimmen bitten. Eine Million sind in ganz Europa erforderlich, damit die Initiative auf die Agenda des EU-Parlaments kommt.

„Die Million werden wir wohl erreichen. Aber fraglich ist, ob der Länderschlüssel erfüllt wird“, so Naujeck. Mindestens sieben Länder müssen ihre Stimmquote erfüllen. Die Quote für Dänemark liegt bei 9.750.

Die vier Bürgermeister Nordschleswigs haben kürzlich in einem Leserbrief ihre Unterstützung für MSPI zum Ausdruck gebracht. Nicht überall in Europa sei das Zusammenleben zwischen Mehrheitsbevölkerung und Minderheit von Respekt und Toleranz geprägt wie im deutsch-dänischen Grenzland, so die Bürgermeister. „Das war eine gute Unterstützung, aber passiert ist seitdem nicht viel“, so Naujeck. An Lippenbekenntnissen fehle es der MSPI nicht. „Was fehlt, sind Bürger, die ihre Stimme tatsächlich auch abgeben.“

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