Minderheiten in Europa

Minority SafePack nimmt Fahrt auf

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Symbolische Unterschrift: Hans Heinrich Hansen signiert eine Europa-Karte beim Startschuss der Kampagne in Rumänien. Foto: Cornelius von Tiedemann

Die Initiative zur Stärkung der Minderheitenrechte in Europa hat insgesamt bereits rund 400.000 Stimmen bekommen – rund 1.780 sind es bislang in Dänemark.

„Wir brauchen jetzt wirklich jede Hilfe, die wir kriegen können. Jede Stimme zählt!“ Thore Naujeck hat den Stand der Stimmen bei der Minderheiteninitiative Minority SafePack beinahe sekündlich vor Augen. Denn auf der Internetseite www.minority-safepack.eu kann man laufend beobachten, wieviele Stimmen in den Ländern Europas gerade online abgegeben werden.

Alleine in Spanien sind es innerhalb von zehn Minuten 60 Klicks, mit denen EU-Bürger die Aktion unterstützen. Und in Dänemark? Hier sammelt der Bund Deutscher Nordschleswiger im Auftrag der FUEN Stimmen. Zusammengekommen sind online bislang 1.771 – plus rund 500 Stimmen, die auf Papier vorliegen. Das Ziel, 9.750 Stimmen aus Dänemark beizusteuern, scheint noch in beachtlicher Ferne zu liegen.

Doch Thore Naujeck ist guten Mutes. Denn: Die Kampagne nimmt derzeit in ganz Europa Fahrt auf. „In Spanien ging es innerhalb von wenigen Tagen von 200 Stimmen auf 8.000. In Dänemark beginnen wir nun in Kürze mit dem Aussenden von kleinen Videos, die wir über Facebook teilen.“ In den Clips wirbt unter anderem Sonderburgs Vize-Bürgermeister Stephan Kleinschmidt um die Stimmen der Bürger, mit denen die Minderheitenrechte in ganz Europa ausgebaut werden sollen. „Die Videos sind auf Dänisch, wir wollen damit vor allem auch die Mehrheitsbevölkerung auf die Initiative aufmerksam machen“, so Naujeck.

Er hat in den vergangenen Wochen nahezu alle Weihnachtsfeiern der deutschen Schulen in Nordschleswig besucht, um Stimmen geworben und vor Ort eingesammelt. Dabei wunderte er sich so manches Mal über Eltern, die ihre Kinder zwar in eine deutsche Schule in Dänemark schicken, „die mir aber ins Gesicht sagen, dass ihnen Minderheitenrechte egal sind. Oder die klar sagen, dass sie sowas nicht unterstützen“, so Naujeck.

Dass eine Minderheit Schulen in der eigenen Sprache betreiben darf und dafür auch noch finanzielle Unterstützung von der Regierung des betreffenden Landes erhält, sei in Europa schließlich bei weitem keine Selbstverständlichkeit. Thore Naujeck bittet nun Freiwillige um ihre Mithilfe, um weitere Stimmen zu sammeln. Am 3. April endet die Eingabefrist. Eine Million Stimmen müssen bis dahin in ganz Europa zusammengekommen sein, damit sich das EU-Parlament mit einem entsprechenden Gesetzesentwurf darum kümmert. Europaweit sind es derzeit rund 400.000.

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