1864-Gedenken

Düppel: Gemeinsam der Gefallenen gedacht

Ilse Marie Jacobsen
Ilse Marie Jacobsen Journalistin
Düppel/Dybbøl
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Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen, Kreispräsident Ulrich Brüggemeier und Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar legten gemeinsam Kranz und Blumen der Sonderburger Kommune, der Stadt Flensburg und des Kreises Schleswig-Flensburg nieder. Foto: Karin Riggelsen

154 Jahre danach gedachten dänische und deutsche Soldaten und Offizielle gemeinsam den Toten des Krieges. „Das ist und soll ein Festakt sein, der uns an unsere Gemeinsamkeiten und nicht an unsere Unterschiede erinnern soll“, so der Festredner, Oberstleutnant Claus Klaris.

Bei den Kämpfen am 18. April 1864 waren Dänen und Preußen erbitterte Feinde. Gestern bei der Gedenkstunde an den Massengräbern auf der Düppeler Höh hingegen war es sehr harmonisch. Dänische wie deutsche Soldaten in Uniformen konnten seit Schließung der Kaserne wieder gemeinsam teilnehmen.

„Das ist und soll ein Festakt sein, der uns an unsere Gemeinsamkeiten und nicht an unsere Unterschiede erinnern soll“, stellte Festredner Claus Klaris, Oberstleutnant der Heimwehr, fest.

Er freute sich, dass nach 154 Jahren so viele Menschen nach Düppel gekommen waren, um an der Kranzniederlegung im Gedanken an die Gefallenen in beiden Lagern teilzunehmen.
Einen besonderen Dank richtete Klaris an die Fahnenkommandos, das Landeskommando Schleswig-Holstein und den Freundeskreis Ahlener Soldaten. Der Freundeskreis aus Ahlen hatte einst die Idee gehabt, eine gemeinsame dänisch-deutsche Gedenkfeier abzuhalten. Ein warmer Dank ging auch an Andreas Fleischer aus Apenrade, der die Teilnahme der deutschen Traditionsvereine der Minderheit koordiniert.

„Niemals die Opfer vergessen, die unsere Vorfahren beider Seiten hinterließen“

„Mein letzter – nicht kleinster – Dank gilt den Veranstaltern der Gedenkfeier: den Freiwilligen in der dänischen Heimwehr, hier besonders Jens Peter Rasmussen und Leif Larsen. Danke für euren großen und unermüdlichen Einsatz für die Entwicklung und Erhaltung des Arrangements, um zu sichern, dass wir uns hier am 18. April versammeln, um niemals die Opfer zu vergessen, die unsere Vorfahren beider Seiten hinterließen, an dieser Stelle, an diesem Tag“, so Claus Klaris.

Die kriegerische Auseinandersetzung sei lange her. Aber der 18. April sei auch ein Anlass, daran zu denken, wie Dänemark zu dem Land geworden ist, das es heute ist.

Klaris' Rede wurde nur einmal kurz unterbrochen: als die heulende Sirene eines Krankenwagens immer näher kam. „Könnt ihr mal etwas beiseite gehen. Dort kommt ein Rettungswagen“, meinte Klaris. Die Gäste, die ja eigentlich auf der abgesperrten Straße standen, traten zurück und ließen den blinkenden Unfallwagen passieren.

„Das Fest verdient es, bewahrt zu werden“

An der Feier nahmen unter anderem der BDN-Hauptvorsitzende Hinrich Jürgensen, BDN-Generalsekretär Uwe Jessen und Vizebürgermeister Stephan Kleinschmidt (SP) teil.
Karin Christensen aus Abel begleitete ihren Mann, der bei Slesvigske Musikkorps spielt. „Das Fest verdient es, bewahrt zu werden“, meinte sie. Sie fand es nur gut, dass Deutsche und Dänen gemeinsam feiern.
Diese Einstellung hatte Bente Ibenfeldt aus Christiansfeld. Die Komponistin begleitete den Kopenhagener Autor des Buches „Krigen 1864“, Niels Elsborg, und seine Frau Hanne. „Die Soldaten fielen ja auf beiden Seiten“, wie Bente Ibenfeldt feststellte. Niels Elsborg fand die Feier „schön und sehr feierlich“. Er und seine Frau wohnen im Grenzkrug in Christiansfeld. „Nachher werden wir uns die Grabstellen anschauen, an denen Blumen niedergelegt werden“, erklärt seine Frau Hanne. Elsborg hat mehrere Bücher über 1864 geschrieben, die unter anderem auch im Historiencenter erhältlich sind.

Anschließend legten offizielle Repräsentanten beider Nationen Blumen und Kränze an den Gräbern nieder. Das Slesvigske Musikkorps untermalte die Zeremonie mit zünftiger Marschmusik.
Die deutsch-dänische Feier wurde abends fortgesetzt. Um 19 Uhr führten die Pastoren Thea Laukamp, Hauke Wattenberg und das Musikkorps einen deutsch-dänischen Festgottesdienst in der Marienkirche durch.

Bei der Gedenkfeier in der Frihedshalle waren zum ersten Mal auch die deutschen Gäste dabei. Dort sprach der frühere Generalkonsul Henrik Becker-Christensen, und das für die Unterhaltung sorgten Green Forest Pipe Band und Slesvigske Musikkorps.

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