Linak

Neubau war Attraktion für 1.600 Gäste

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Guderup
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Eine Fabrikhalle muss ja nicht einem „Schweinestall“ ähneln, so Linak-Chef Bent Jensen zum Rundbau Nummer 2, für dessen Design er viel Lob erhält. Foto: Karin Riggelsen

Familienfest beim Guderuper Unternehmen Linak: Zweiter Rundbau ist bezugsfertig. Firmengründer Bent Jensen wusste die Besucher zu unterhalten.

Es kam einer Wallfahrt gleich, als am Sonnabend mehr als 1.600 große und kleine Gäste sich auf dem Gelände der Firma Linak zielstrebig einem Bau zuwandten: der zweite Rundbau, der zum Jahreswechsel bezugsfertig geworden ist. Da er nicht vollständig eingerichtet ist, hat Chef und Firmengründer Bent Jensen das zum Anlass genommen , ein Familienfest zu veranstalten, mit ihm als einzigen Hauptredner.

Wer seinem Vortrag zur Firmengeschichte zugehört hat, weiß, warum Mitarbeiter ihn so schätzen: Bent Jensen ist bodenständig geblieben, mit dem Schalk im Nacken und der ungebrochenen Leidenschaft für seine Firma: Obgleich er mit seinen 67 Jahren das Rentendasein genießen könnte, wird er auf jeden Fall noch zehn Jahre weitermachen, denn nun habe er das Alter, „unangenehme Sache zu delegieren“.

Firmengründer Bent Jensen im Gespräch mit H. C. Rasmussen, der Lehrling bei seinem Vater gewesen war (1948 bis 1952). Foto: Ruth Nielsen

„Eine Fabrikhalle muss ja nicht einem Schweinestall ähneln“

Zu den angenehmen Dingen hat der Rundbau gehört: „Ich bin schon stolz, dass wir es uns leisten können so zu bauen. Eine Fabrikhalle muss ja nicht einem Schweinestall ähneln. Auch wenn einige zum ersten Rundbau meinten, er sieht aus wie ein Gülletank, sind diese Stimmen verstummt. Das Design bekommt viel Lob. Und wenn wie heute 1.600 Leute kommen, zeigt das, dass sie nicht sauer auf mich sind“, sagt Bent Jensen lachend. Auch wenn sich sein Unternehmen 1976 von einer Maschinenfabrik mit acht Mitarbeitern zu einem globalen Konzern entwickelt hat, versäumt er es nicht, sich auf den täglichen Runden bei Mitarbeitern nach ihrem Befinden zu erkundigen. Auch das zeigt seine Erdung.

Dabei hatte er sich sein Leben anders vorgestellt, als er 1976 sein Studium zum Maschineningenieur am Technikum abgeschlossen hatte. Er hatte nur eine Woche frei, bevor er dem Wunsch des Vaters folgte, den vom Großvater Chr. Jensen 1907 gegründeten Betrieb zu übernehmen. Er und sein Freundin Lene, heute seine Frau, gaben sich fünf Jahre. Wenn das nicht klappt, etwas Neues zu entwickeln, ist Schluss. Das ist 1980 mit dem linaren Akkumulator , kurz Linak, geglückt, der 1984 der Firma den Namen gab.

Seit drei Jahren arbeitet Kamilla Hvid Struve im Bereich Logistik. Sie hat Freude an und in ihrer Arbeit: „Es macht Spaß hier. Linak ist ein guter Arbeitsplatz mit gutem Arbeitsklima. Dir wird erlaubt, dich zu entfalten, du kannst dich einbringen, du kannst Sachen mitbeeinflussen“, sagt sie zur „flachen Struktur“. Ähnlich sieht es Ove Lorenzen, Vorsitzender des Linak-Golfklubs, der sich wie auch der Rad- und Squash-Klub den Besuchern vorstellen konnte. Er arbeitet seit 2006 bei Linak, dessen Arbeitsklima er „super“ nennt. Er sei zwar im Krisenjahr 2008 etwas nervös gewesen, doch das Unternehmen hätte einen Rieseneinsatz gezeigt, um so viele Mitarbeiter wie möglich zu behalten.

Unter den vielen Gästen erkannte Bent Jensen auch H. C. Rasmussen wieder, der bei seinem Vater von 1948 bis 1952 in die Lehre gegangen war. Der heute 85-Jährige arbeitete danach 40 Jahre bei Danfoss. Er konnte seinen Stolz nicht verhehlen, was der Sohn aus der Firma seines einstigen Lehrherren gemacht hat, in der nun seine Tochter arbeiten darf.

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