„Det Sønderjyske Køkken“

Nichts gegen eine Ausschreibung

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Sonderburg/Sønderborg
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Jesper Kock und Sune Axelsen (mit Kellnerin Ida) sind auf dem besten Weg, ihr Café-Angebot zu ergänzen, wie die gut gebuchte Gourmetwoche gezeigt hat. Foto: Ruth Nielsen

„Det Sønderjyske Køkken“ ist auch Dienstleister der Kommune Sonderburg. Jetzt sollen die Aufträge neu ausgeschrieben werden. Der Betrieb scheut keine Konkurrenz.

Hinter verschlossenen Türen hat der Stadtrat beschlossen, die Kochkurse, die in „Det „Sønderjyske Køkken“ durchgeführt werden, für 2019 auszuschreiben. Nicht am Tisch saß Jesper Kock (Soz.), Koch und Mitbetreiber des Cafés. „Die zweijährige Absprache hat für ihn bedeutet, dass ein Teil des Verdienstes sicher war. Um jegliche Zweifel auszuräumen, dass wir Jesper Kock bevorteilen, weil er Sozialdemokrat ist, war sich der Stadtrat einig, die Aufgabe auszuschreiben“, erklärt der stark verschnupfte Bürgermeister Erik Lauritzen vom Krankenbett aus.

Jesper Kock blickt der Ausschreibung ruhigen Gewissens entgegen: „Ich kenne nicht die Details der Absprache, aber so können wir zeigen, wofür wir stehen, dass uns Qualität sehr wichtig ist, sonst hätten wir nicht den Erfolg“, nennt er die Kochschule für Väter, deren 40 Plätze in vier Tagen gebucht waren.

Er und sein Partner Sune Axelsen können sich über Stammkunden freuen, die die nordschleswigsche Küche, eine Spezialität des Cafés, schätzen. Zudem wird das Haus von den Naturschulen und der Blauen Flagge einbezogen in Aktivitäten: „Das machen wir ehrenamtlich“, sagt Jesper Kock.

Nordschleswigsche Koch- und Backtraditionen werden auch dann angeboten, „wenn es sich nicht lohnt, das Café offen zu haben, wie an den Sonntagen im Dezember. Wir hatten aber auf, weil die Geschäfte auch offen hatten. Bei uns kam der Weihnachtsmann, und wir haben Kekse mit den Kindern gebacken. So wird die Perlegade attraktiv für Kunden“, meint er.

Sollte es passieren, dass die Kommune sich für einen anderen Anbieter entscheidet, müsste sich dieser die Frage stellen, wo er die Kochkurse abhalten will. Denn „Det Sønderjyske Køkken“ haben die beiden Köche für vier Jahre gepachtet. „Es wird schwierig, an andere zu vermieten. Ich kann nicht sehen, wie das gemacht werden soll. Wir mussten Gesellschaften abweisen, weil wir die Kochkurse hatten, denn die Teilnehmer essen ja hinterher im Café.

Ich bin gespannt, mehr von der Ausschreibung und den Details zu hören“, sagte Jesper Kock.

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