Wohltäter erzählen

Team Rynkeby zog Schüler völlig in den Bann

Ilse Marie Jacobsen
Ilse Marie Jacobsen Journalistin
Sonderburg/Sønderborg
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Kirsten Sørensen mit ihrem Bianchi-Rennrad, das 22 Gänge hat. Foto: Jacobsen

Kirsten Sørensen und Mette Roed Olesen berichteten in der Deutschen Schule Sonderburg von ihrer Fahrradtour nach Paris – und zogen die Kinder in ihren Bann.

Warum radelt das Team Rynkeby eigentlich jedes Jahr nach Paris? Wie kam es zu der Aktion, mit der viele Millionen Kronen für die Kinderkrebsforschung und für den dänischen Lungenfonds erradelt werden? Das wissen seit Montag die Schüler der Deutschen Schule Sonderburg.

Die wohltätige Aktion des Team Rynkeby interessierte die Jungen und Mädchen. In der Aula lauschten sie völlig konzentriert den beiden unterhaltsamen Frauen vorn an der Bühne, die in ihrer feschen Fahrradbekleidung ganz in Schwarz und Gelb erschienen waren. Zwei Fahrräder und etwas Aussteuer waren auch dabei. Voller Elan und Feuereifer berichteten Kirsten Sørensen (49) aus Wilsbek und Mette Roed Olesen (52) aus Pattburg, wie sie eigentlich Teil des TR-Projekts wurden.
Kirsten Sørensen radelt zum vierten Mal nach Paris, während Mette Roed Olesen sich zum zweiten Mal nach vielen Kilometern Training auf den Weg Richtung Süden macht.

Wie alles begann

Das Team Rynkeby hat mittlerweile 44 Teams. Alles begann 2002 bei einem Treffen einiger dänischen Männer. Einer von ihnen war an Krebs erkrankt. Wenn er das überlebe, wollte er nach Paris radeln, schlug er vor. So wurde Team Rynkeby geboren, das im vergangenen Jahr einen satten nordischen Überschuss von 65,2 Millionen erzielen konnte. In Dänemark wurden 22 Millionen Kronen gesammelt, und weitere zehn Millionen Kronen steuerten die dänischen Schulen durch ihre Schulläufe hinzu. In diesem Jahr dürfen die Schüler am 23. März für Rynkeby Sport betreiben. In diesem Jahr werden zum dritten Mal Schulläufe arrangiert – auch die Deutsche Schule Sonderburg macht mit. In Nordschleswig schwitzen 8.000 Kinder, um der guten Sache Geld zu beschaffen. „Kinder laufen für Kinder“, stellte Kirsten Sørensen fest. In ganz Dänemark beteiligen sich 120.000 Schulkinder am Schullauf. Anschließend erhalten alle Kinder ein Laufdiplom. Wer beim Team Rynkeby nach Paris radelt, zahlt selbst für die Kleidung. Man muss mit Ausgaben von 25.000 Kronen rechnen.

Nur Frost kann bremsen

Bevor die Teams starten, wird ausgiebig trainiert. Bei Frost wird eine Pause auf dem Mountainbike eingelegt, aber wegen Regens wird das Training nicht verschoben. Hinzu kommen diverse Stunden Fitness und Spinning.

Wer mitradeln will, bewirbt sich. Der Kapitän bestimmt die Zusammensetzung des Teams, das aus 50 Personen besteht. „Diesmal haben sich bei uns 120 beworben“, erklärte Kirsten Sørensen.
Die nordschleswigsche Gruppe ist ein besonderes Team. „Wir kennen uns sehr gut, und wir kommen alle sicher nach Paris. Das ist uns sehr wichtig“, stellten die beiden Damen fest. Alle 30 Kilometer wird eine Pause eingelegt. Nach 200 Kilometern am Tag werden die Fahrräder gewaschen und frisch eingeschmiert. Die Kleidung waschen die Radler selbst. Auf den Fahrrädern werden im Schnitt 35 Stundenkilometer zurückgelegt.

Nur auf dem Rad

„Erlebt ihr denn auch etwas?“, fragte ein Junge. „Nein. Wir sind nur auf dem Fahrrad unterwegs“, gaben die Frauen zu. Einziger Luxus sind die Behandlungen des Physiotherapeuten, der sich der verspannten Schultern und der steifen Beine annimmt. Zum Team Rynkeby gehören außerdem Begleitfahrzeuge mit Ärzten und Krankenschwestern. Viele der Radler haben einen Glücksbringer am Steuer.

Die Kinder genossen die vielen Informationen – und einige wollten noch viel mehr wissen. Um Kirsten Sørensen bildete sich eine größere Gruppe von Schulkindern, die die Frau aus Wilsbek mit Fragen bombardierten. Zuletzt musste ein Lehrer die Kinder stoppen. Sie mussten zurück in die Klasse – zur nächsten Schulstunde.

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