Eishockey

Dänen quälen sich zum vierten WM-Sieg

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Herning
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Jesper Jensen (rechts) freut sich mit Oliver Bjorkstrand und Stefan Lassen über sein Tor zum 2:1. Foto: Scanpix/Henning Bagger

Ein verkrampfter WM-Gastgeber kam beim 3:1-Zittersieg gegen Südkorea mit der Favoritenrolle nicht zurecht und steht nun vor einem echten Endspiel um den Viertelfinal-Einzug am Dienstag gegen Lettland.

Die dänischen Eishockeyspieler haben ohne zu überzeugen ihre Pflicht getan und mit dem mühevollen 3:1 gegen Südkorea bei der Weltmeisterschaft den dritten Sieg in Folge gefeiert, doch aus dem vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale ist nichts geworden.

Ein echtes Endspiel um das letzte Viertelfinal-Ticket bleibt dem WM-Gastgeber nicht erspart, nachdem die erhoffte deutsche Schützenhilfe zuvor ausgeblieben war. Lettland konnte Deutschland mit 3:1 bezwingen und kann mit einem Sieg nach regulärer Spielzeit am Dienstag ab 20.15 Uhr in Herning Dänemark noch vom vierten Tabellenplatz verdrängen. Die dänische Auswahl benötigt noch einen Punkt.

Die Dänen taten sich lange schwer gegen die noch punktlosen Südkoreaner, die 20 Stunden zuvor zwar 1:0 gegen die US-Amerikaner geführt hatten, danach aber vorgeführt und mit 1:13 gedemütigt wurden.

Der WM-Gastgeber hatte die richtige Anspannung nicht gefunden und ging gegen den krassen Außenseiter nicht gut mit der klaren Favoritenrolle um. Der Druck von außen schien zum ersten Mal ein echtes Problem zu werden. Das Bemühen war den Dänen nicht abzusprechen, aber vieles wirkte verkrampft.

Nach einem torlosen Anfangsdrittel ließ Frans Nielsen (23.) mit einem Überzahl-Tor den Knoten platzen. Die Dänen trafen unmittelbar danach den Pfosten, mussten aber im direkten Gegenzug den die Hartgummischeibe aus dem eigenen Netz fischen. Auch die erneute Führung durch Jesper Jensen (33.) brachte keine Ruhe oder Sicherheit ins dänische Spiel.

Die Koreaner witterten ihre Chance und ließen die Dänen in einigen Situationen alt aussehen, aber die Dänen konnten wieder einmal auf ihr Überzahl-Spiel vertrauen. Nichlas Hardt sorgte mit seinem erlösenden Powerplay-Tor in der 57. Minute für die Entscheidung.

Die dänische Auswahl konnte an einem gebrauchten Tag dennoch die drei Punkte an Land ziehen. Das spricht auch für die Qualität des Teams. In vergangenen Jahren wäre solch ein Spiel verloren worden.

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