Verteidigung

Margrethe und Mary feiern 70 Jahre Heimwehr

cvt/Ritzau
Nymindegab
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Kronprinzessin Mary (links) und Königin Margrethe II. am Sonntag in Nymnidegab. Foto: John Randeris, Ritzau Scanpix

1949 wurde die dänische Heimwehr gegründet. Bis heute sind sich nicht alle über die eigentliche Rolle des freiwilligen Zweiges des dänischen Verteidigungswesens im Klaren.

Als 1949 die Heimwehr gegründet wurde, war die fünfjährige Besatzungszeit noch frisch in den Köpfen der Menschen in Dänemark. Es waren vorwiegend ehemalige Widerstandskämpfer, die in erster Generation die Heimwehr aufbauten. Am Montag der Beginn 70 Jahre her.

In Nymindegab an der Westküste, wo sich die Heimwehrschule befindet, wurde das am Sonntag gefeiert – mit einer Parade, die unter anderem von Königin Margrethe II. und Kronprinzessin Mary besucht wurde. Letztere wurde zugleich in den Rang der Kapitänin erhoben.

Heimwehr

  • Gegründet am 1. April 1949 als Teilstreitkraft
  • rund 16.400 Aktive und 30.600 Reservisten
  • 650 Militärangestellte, darunter der Kommandeur Jens Garly und Zivilchef Søren Espersen.
  • 1989 Eingliederung des „Lottekorpset“ (ubewaffnete Frauenarmeekorps)
  • Aufgaben: Unterstützung der Streitkräfte durch: Überwachen und Melden, Bewachungs-, Sicherungs- und Schutzdienste, Begrenzte Kampfaufgaben
  • Die Heimwehr ist direkt dem Verteidigungsministerium unterstellt

Die freiwillige Teilstreitkraft spiele, trotzt der veränderten Sicherheitssituation im Vergleich zu 1949, noch immer eine zentrale Rolle im dänischen Verteidigungswesen, sagt der Historiker Jens Ole Christensen vom Nationalmuseum. „Heute haben wir zweifelsohne eine kleinere, professionellere Heimwehr“, sagt er. Die Aufgaben verteilten sich breiter als am Anfang, weil es „sowohl sehr professionelle Einheiten mit sehr scharfem militärischen Profil in der Heimwehr gibt – und Einheiten, die weiter gefasste Aufgaben lösen“.

Nach dem Kalten Krieg habe es Fragen gegeben, welche Rolle die Heimwehr überhaupt noch spielen soll, sagt Heimwehr-Generalmajor Jens Garly. Es werde noch immer daran gearbeitet, diese Fragen zu beantworten. „Die militärischen Aufgaben sind weiter in den Fokus gerückt. Aber wir werden auch weiterhin die Gesellschaft unterstützen“, sagt er angesichts der häufigen Einsätze der Heimwehr zum Beispiel zur Verkehrsleitung bei Großveranstaltungen. Die Polizei werde weiterhin in „bedeutendem Umfang“ unterstützt, sagt er.

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