Gesetzesänderung

Polizei fürchtet die neuen Pfefferspray-Regeln

dodo
Kopenhagen
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Foto: dpa (Symbolfoto)

Ab Neujahr dürfen alle volljährigen Bürger Dänemarks Pfefferspray bei sich zu Hause deponieren. Doch damit riskieren sie selbst Opfer von Gewalt zu werden, warnt die Polizei.

Bisher war es normalen Bürgern verboten, Pfefferspray zu besitzen. Doch ab Neujahr ändert sich das: Dann können alle Personen über 18 Jahren Pfefferspray kaufen und bei sich zu Hause lagern.

Die durch die Politik eingeführte Gesetzesänderung, die nach Aussage von Justizminister Søren Pape Poulsen (Venstre) „vielen Bürgern mehr Sicherheit geben wird“, sorgt bei der Polizei für Falten auf der Stirn. Der Vorsitzende des Polizeiverbandes, Claus Oxfeldt, warnt davor, dass Pfefferspray eine Waffe sei, für deren Umgang es eine Ausbildung und Training bedürfe.

Komplizierte Anwendung

„Es ist nicht einfach einen Täter zu treffen, der nicht stillsteht. Um ihm direkt in die Augen zu sprühen, benötigt es einiger Übung. Hinzu kommt, dass man wissen muss, was man zu tun hat, wenn man eine Person mit dem Pfefferspray getroffen hat“, so der Oxfeldt zu Danmarks Radio.

Die Anwendnung von Pfefferspray will gelernt sein – sonst kann es schmerzhaft werden. Foto: Steve Helber/Ritzau-Scanpix

Polizisten bekommen eine dreistündige Ausbildung im Umgang mit dem Pfefferspray. Für Privatpersonen ist diese allerdings nicht notwendig, um es zu erwerben. Damit könne die Reaktion von Dieben oder Verbrechern unvorhersehbar und gefährlich werden, so der Vorsitzende.

„Es besteht ein großes Risiko, dass es zu gewaltsamen Reaktionen kommt, weil sich der Täter selbst angegriffen fühlt.“

Rechtliche Probleme

Neben dem Risiko, bei einem Pfefferspray-Angriff zu Schaden zu kommen, sieht Oxfeldt auch rechtliche Probleme für den Angreifer. Der Einsatz ist nämlich nur bei Notwehr erlaubt und die Regeln dafür sind sehr kompliziert, so der Experte. Wer das Spray also benutzt, ohne später eine wirkliche Notwehrsituation nachweisen zu können, riskiert hohe Strafen.

Der Vorschlag zur Legalisierung des Pfeffersprays wurde Anfang Dezember von der Regierung und der Dänischen Volkspartei verabschiedet. Alle übrigen Parteien im Parlament stimmten dagegen.

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