Klimawandel

Klimafreundliche Technologie kommt schneller voran als gedacht

Klimafreundliche Technologie kommt schneller voran als gedacht

Klimafreundliche Technologie kommt schneller voran als gedacht

Erritsø/Brüssel
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EIn Automotor, der mit Wasserstoff betrieben wird. EIne Brennstoffzelle (fuel cell) wandelt chemische Energie in elektrische um. Mit dem entstehenden Strom wird das Auto angetrieben. Foto: Bax Lindhardt/Ritzau Scanpix

In Zeiten, in denen viel über das Klima der Zukunft diskutiert wird, die Prognosen alarmierend ausfallen und die Jugend mehr Klimaschutz einfordert, kommt eine positive Nachricht von Energinet.

Laut einer neuen Analyse des staatlichen Netzbetreibers Energinet kann sich die Elektrolyse von Wasserstoff in großen Anlagen früher als gedacht rentieren. Dies berichtet Danmarks Radio. Mithilfe von Strom wird bei der Elektrolyse Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Mit Wasserstoff lassen sich Motoren betreiben. Abfallprodukt ist bei der Verbrennung nicht das Treibhausgas Kohlendioxid, sondern Wasser. Mit der Elektrolyse von Wasser, auch Power-to-X oder PtX genannt, lässt sich überschüssige Energie aus Solar- und Windkraftanlagen, die sonst ungenutzt bleibt, speichern.

Es sehe so aus, als ob bereits vor 2030 eine rentable Großproduktion von Wasserstoff machbar sei, so Carsten Vittrup, energiestrategischer Berater bei Energinet mit Hauptsitz in Erritsø zum Sender. Bis jetzt war man von einer rentablen Großproduktion nach 2030 ausgegangen. Vittrup zufolge ist die Speicherung von Energie in Batterien zu teuer und eine kurzsichtige Lösung.

Eine altbekannte Technik

Dass sich Wasser mithilfe von Elektrizität in seine Bestandteile zerlegen lässt, ist seit Jahrhunderten bekannt. Neu ist die Kombination von PtX mit den erneuerbaren Energien. Nordeuropas größte Anlage steht in Hobro, wo seit 2018 Wasserstoff produziert wird. Dort wird überschüssiger Strom aus Windkraftanlagen genutzt, aber auch dann, wenn der Strompreis niedrig ist, beispielsweise nachts.

Energinet denkt, dass mit der Wasserstoff-Technologie viele Bereiche abgedeckt werden, schwerer werde es jedochden Energieträger zu wechseln, wenn es um das Fliegen und die Schifffahrt gehe, so Energinet zu DR.

Klimaaktivisten in Brüssel

Unterdessen besuchten am Dienstag junge Klimaaktivisten auf Einladung der EU den 2. Vorsitzenden der EU-Kommission, Maros Sefcovic. Unter den Aktivisten befand sich auch Nanna Lindbæk Qvesel aus Viborg, die den dänischen Teil der Bewegung „Fridays for Future“ repräsentierte. „Für uns ist es eine große Gelegenheit, unserer Stimme Gehör zu verschaffen, uns bekanntzumachen und den Politikern zu erklären, wofür wir uns engagieren“, so Nanna Lindbæk Qvesel. Sie führt aus: „Wir wollen darüber sprechen, welche Konsequenzen die Klimakrise für unsere Zukunft hat, und was wir tun können, um dem vorzubeugen. Ich hoffe, dass er (der 2. Vorsitzende, Anm. Red) unsere Worte aufnimmt und über sie nachdenkt.“

Die Bewegung „Fridays for Future“ hat sich von der 16-jährigen Greta Thunberg aus Schweden inspirieren lassen, die vor einem halben Jahr begann, mit einem selbstgemalten Schild vor dem schwedischen Parlament für mehr Klimaschutz zu protestieren.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Wetten dass...“