Folketingswahl 2019

Frederiksen will Alleinregierung

Frederiksen will Alleinregierung

Frederiksen will Alleinregierung

Kopenhagen
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Mette Frederiksen auf dem Weg nach Christiansborg in der Wahlnacht. Foto: Nikolai Linares / Ritzau Scanpix

Die Sozialdemokraten streben eine Minderheitsregierung an – das hat die Parteichefin in der Wahlnacht klargestellt. Zugleich soll „über die Mitte hinweg“ nach Mehrheiten gesucht werden.

Mette Frederiksen, Parteivorsitzende und Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten, will keine Koalition – weder im roten Block, noch mit Lars Løkke Rasmussens Venstre. Das sagte sie in der Wahlnacht vor jubelnden Parteifreunden in Kopenhagen.

Für die Sozialdemokraten war es ein Wahlsieg mit Wermutstropfen, denn die Partei hat leicht an Zustimmung gegenüber 2015 verloren – und droht, im eigenen roten Block keine uneingeschränkte Zustimmung für ihre Politik zu finden.

Frederiksen will mit allen zusammenarbeiten, die konstruktiv sind

„Ich bin überzeugt, dass es möglich ist, eine neue Regierung zu bilden. Wir dürfen die Möglichkeit, die ihr Dänen uns gegeben habt, nicht wegwerfen“, so Frederiksen. Es gebe keine Partei, mit der alles möglich sei, aber viele, mit denen vielen möglich sei. Deshalb „zielen wir auf eine rein sozialdemokratische Regierung ab“, in der mit allen zusammengearbeitet werden soll, die konstruktiv beitragen wollen, sagte die Parteichefin.

„Wir meinten es, als wir im Wahlkampf sagten, wir wollen über die Mitte hinweg zusammenarbeiten wollen“, sagte sie. „Die große Mehrheit für die Ausländerpolitik muss natürlich respektiert werden“, so Frederiksen bei ihrer Rede in der Wahlnacht.

„Es wird schwer, alle wollen Einfluss haben. Aber wenn die Dänen den blauen Block so deutlich abwählen, haben wir auch eine Verantwortung. Ich bin angetreten, um sozialdemokratische Politik zu führen. Das bedeutet aber auch, dass wir Kompromisse eingehen müssen. Der rote Block hat diesen Sieg gemeinsam eingeholt, deshalb müssen die sich auch in der Politik wiederfinden“, so Mette Frederiksen.

Løkke bietet Zusammenarbeit an

Zuvor hatte Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) auf dem Wahlfest seiner Partei mitgeteilt, er werde am Donnerstag die Königin über den Rücktritt seiner Regierung informieren und eine Königinrunde vorschlagen. Dies habe er auch Mette Frederiksen gesagt. Ihm zufolge werden Repräsentanten seiner Partei ihn, Løkke, der Königin als Regierungschef vorschlagen.

„Die Macht wechselt“, so Løkke – der aber trotzdem für eine „Regierung unter meiner Führung über die Mitte hinweg“ warb,um „Brücken in der dänischen Politik zu bauen“.

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