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Umweltministerin erlaubt Nachtsichtgeräte bei Jagd auf Marderhunde

Umweltministerin erlaubt Nachtsichtgeräte bei Jagd auf Marderhunde

Umweltministerin erlaubt Nachtsichtgeräte bei Jagd auf Mard

Kopenhagen
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Im Jahre 2019 wurden in Dänemark 3.000 Marderhunde erlegt. Sie sind gefürchtete Nesträuber auch in Naturschutzgebieten. Foto: Naturstyrelsen

Der dänische Wildverwaltungsrat stimmt dem Einsatz der elektronischen Ausrüstung zu. Der Jägerverband hatte unter Hinweis auf große Schäden durch die invasive Tierart eine Genehmigung angemahnt.

Die dänische Umweltministerin Lea Wermelin (Sozialdemokraten) hat den Einsatz von elektronischen Nachtsichtgeräten bei der Jagd auf Marderhunde genehmigt.

Jäger kritisierten Trödelei des Ministeriums

Erst am Montag hatte der dänische Jägerverband Danmarks Jægerforbund dem Ministerium Trödelei bei der Zulassung der Geräte bei der Bekämpfung der nachtaktiven Raubsäuger vorgeworfen, die sich, als invasive Tierart einstuft, seit Jahren in Dänemark stark vermehren und ausbreiten.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Wild in der Agrarlandschaft, Jens Venø, hatte die Ministerin heftig kritisiert, dass den Waidmännern die erforderlichen Mittel zur Erlegung der Marderhunde verwehrt werden.

Invasive Art

„Die dänischen Brutvögel werden im Stich gelassen“, so Venø unter Hinweis auf die Plünderung von Nestern durch die ursprünglich in Ostasien lebenden Marderhunde. Von diesen waren in den 1930er Jahren in Russland Exemplare zur Bereicherung der jagdbaren Tierwelt ausgesetzt worden. Sie konnten sich seitdem in vielen Ländern Europas ausbreiten.

Lea Wermelin erklärte am Mittwoch gegenüber Danmarks Radio, dass sie erst jetzt Nachtsichttechnik beim Kampf gegen den Marderhund zulassen könne, weil bisher keine Billigung durch den zuständigen Wildverwaltungsrat vorgelegen habe. „Nun habe ich grünes Licht von diesem bekommen“, so Wermelin.

Verbot als Beitrag gegen Terrorismus

Die Nachtsichttechnik war in Dänemark bei der Jagd verboten worden, da verhindert werden sollte, dass die verwendeten Geräte in die Hände von Terroristen gelangen konnten. Justizminister Nick Hækkerup (Sozialdemokraten) hatte bereits Sondergenehmigungen für Marderhundjäger bei Nachtsichtgeräten zugestimmt.

Bei Wildschweinjagd Technik erlaubt

Bei der Wildschweinjagd gab es eine Zulassung schon länger. Der Jägerverband ist derzeit bemüht, die Ausbreitung der Marderhunde auf die dänischen Inseln zu verhindern. 2019 wurden auf der jütischen Halbinsel 3.000 Marderhunde getötet.

Wissenschaftler befürchten, dass es in wenigen Jahren 30.000 Marderhunde in Dänemark geben könnte, die auf den ersten Blick wegen ihrer typischen „Gesichtsmaske“ an Dachse oder Waschbären erinnern. Die Tiere bekommen jährlich oft mehr als zehn Junge.

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