Haus der Minderheiten

Ministerin lädt Minderheitenspitze zum Gespräch

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Flensburg
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Das Packhaus hinter Flensborghus soll ein „Haus der Minderheiten“ werden. Foto: Flensborg Avis

Jetzt schaltet sich auch die dänische Kulturministerin Mette Bock in die Diskussionen um das Haus der Minderheiten in Flensburg ein. „Wir wollen euch unterstützen, aber was wollt ihr“, schreibt sie in einem Leserbrief und fordert alle Beteiligten auf, konstruktiv miteinander zu arbeiten.

Haus der Minderheiten

2012 hat Sydslesvigsk Forening (SSF) für 50.000 Euro eine frühere Wein- und Spirituosenhandlung in der Norderstraße in Flensburg übernommen. Dort soll eventuell das Haus der Minderheiten entstehen.

Beherbergen soll es neben einem Datencenter auch Konferenzräume, ein Minderheitenzentrum und das Büro der der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten.

Allerdings muss das Gebäude renoviert werden – Baukosten laut Plan: 2,7 Millionen Euro. Die Hälfte der Summe soll von deutscher Seite kommen, der andere Teil aus Kopenhagen.

Die dänische Kulturministerin Mette Bock (Liberale Allianz) schaltet sich jetzt in die Diskussion um das Haus der Minderheiten in Flensburg ein. Zum einen bezieht sie in einem Leserbrief in Flensborg Avis erstmals Stellung zum Projekt, und zum anderen hat sie den Generalsekretär und den Vorsitzenden des Sydslesvigsk Forening (SSF) am 9. Januar zu einem Treffen eingeladen.

Jens A. Christiansen, Jon Hardon Hansen und der SSF spüren in den vergangenen Monaten intern in der dänischen Minderheit in Südschleswig Gegenwind. Teile der Minderheit fühlen sich schlecht informiert, andere wiederum meinen, es gebe Gebäude genug in Südschleswig für ein Haus der Minderheiten – es müsse kein neues Haus gebaut werden.

Kurz vor der Einreichung im Folketing

Dabei steht Kulturministerin Mette Bock kurz davor, das Projekt im Folketing einzureichen. Bei einer Mehrheit im Parlament würden fünf Millionen Kronen für das Projekt freigegeben. Aber Bock macht sich nach den Diskussionen der vergangenen Monate Sorgen. Sie sei zwar für ein deutsch-dänisches „Haus-der-Minderheiten“-Projekt, aber sie weist darauf hin, dass sowohl Deutschland als auch Dänemark sich in einer „prekären Situation“ befinden, wenn die Gelder dazu führen würden, dass sich die dänische Minderheit spaltet.

„Wir wollen euch unterstützen, aber was wollt ihr? Ich werde euch nicht sagen, was ihr zu tun oder wie ihr zu priorisieren habt. Oder wie ihr in Südschleswig zusammenarbeiten solltet“, schreibt Mette Bock. Sie fordert allerdings die Verbände in der dänischen Minderheit dazu auf, zum Wohle der gesamten Minderheit respektvoll zusammenzuarbeiten.

Bock: Die Sache muss wieder in den Mittelpunkt

„Zeigt diese Diskussion in Wirklichkeit, dass es an gegenseitigem Vertrauen und Vertrauen zu Einzelpersonen fehlt? Darauf könnt nur ihr antworten“, schreibt die Kulturministerin. „Es wäre aber hilfreich, wenn die Sache wieder in den Mittelpunkt kommt, und nicht etwa Gebäude oder Einzelpersonen“, meint Mette Bock.

Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger, unterstützt die Idee eines Hauses der Minderheiten in Flensburg, hat aber bereits früher gesagt, dass er sich nicht auf ein bestimmtes Gebäude festlegen und sich auch nicht in die internen Angelegenheiten der dänischen Minderheit einmischen will.

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