Kulturkommentar

„Ehrlicher Enthusiasmus“

Ehrlicher Enthusiasmus

Ehrlicher Enthusiasmus

Friederike Louisa Schmidt
Apenrade/Aabenraa
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In einem Kulturkommentar beschreibt die Projektkoordinatorin auf dem Knivsberg, Friederike Louisa Schmidt, warum es sich lohnt, öfter mal enthusiastisch zu sein.

Warum belächeln wir enthusiastische Menschen so häufig? Wer die Fußballer im Fernsehen im Stehen anfeuert, hat wahrscheinlich keine Ahnung von Kultur. Wer nachts stundenlang vor dem Buchladen ansteht, um das erste Exemplar zu bekommen, spinnt doch ein bisschen, und wer laut im Auto mitsingt, wird rot, wenn er oder sie merkt, dass das Fenster offen steht.

Dabei ist es doch bemerkenswert, wenn man sich für eine Sache, einen Menschen, einen Sport oder sonst etwas begeistern kann. Mit dem hochgelobten Erwachsenwerden geht uns leider viel zu oft das Gefühl verloren, etwas einfach toll zu finden. Man hat ja schließlich „größere“ und „wichtigere“ Sachen zu tun. Wenn etwas deine Zeit in Anspruch nimmt, muss es immer einen Mehrwert haben oder besser noch ebendiesen generieren.

Aber vielleicht sollte man lieber selbst mal rutschen gehen, anstatt nur dem Kind zuzuschauen. Und dabei die Arme nach oben strecken und laut „Hui!“ rufen. Oder überlegen, ob in dem Schokoladenkuchen nicht ein Hauch Chili zu schmecken ist oder etwas zu laut über den wirklich komischen Witz lachen.

Traut euch, ehrlich enthusiastisch zu sein. Was immer euch Spaß macht oder begeistert. Mama beim Rennradfahren begleiten, allein vor einem Gemälde sitzen, richtig gutes Eis essen … und sagt den Menschen, wenn ihr ihren Enthusiasmus schön findet. Viel zu oft werden solche Gefühle nicht ausgedrückt. Aber zu zweit tanzt es sich direkt viel besser in der Küche.

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