Deutsche Minderheit

Büchereidirektorin wirbt für mehr Angebots-Nutzung

Büchereidirektorin wirbt für mehr Angebots-Nutzung

Büchereidirektorin wirbt für mehr Angebots-Nutzung

Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Büchereidirektorin Claudia Knauer (Mitte) gab Einblick in den Betriebsverlauf der deutschen Büchereien in Nordschleswig. Rechts neben ihr der Vorsitzende des Deutschen Büchereiverbandes, Peter Asmussen, und zur Linken Vorstandsmitglied Marieke Heimburger. Foto: Volker Heesch

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Claudia Knauer sprach während der Jahresversammlung des deutschen Bibliothekswesens ihrem in den Ruhestand wechselnden Stellvertreter Jørgen Nissen Dank für über 30 Jahre Einsatz aus. Jens Knoke tritt anstelle von Anke Haagensen iin den Vorstand des Büchereiverbands.

„Wir haben Tüten mit Büchern auf den Parkplätzen überreicht, jede Menge Anfragen per Mail beantwortet und mitunter sogar Bücher für Leser herausgesucht, die meinten, wir wüssten schon, was sie gerne lesen“, berichtete Büchereidirektorin Claudia Knauer in ihrer Bilanz während der Generalversammlung des Verbandes Deutscher Büchereien Nordschleswig in Apenrade. Damit ging sie auf die vielen Herausforderungen aufgrund der zeitweisen Betriebseinschränkungen ein, die wegen der Anti-Corona-Auflagen in allen öffentlichen Bibliotheken fällig waren.

Digitaler Service gefragt

Claudia Knauer hatte zur Jahrestagung einen schriftlichen Bericht vorgelegt und ging nur auf einzelne Passagen mündlich ein. Laut Versammlungsleiterin Ruth Candussi war die Versammlung ordnungsgemäß einberufen worden, trotz satzungsgemäßen Termins jeweils vor dem 1. Mai eines Jahres. Als Höhepunkte der digitalen Angebote der deutschen Büchereien in Nordschleswig nannte sie die Produktion von Youtube-Videos durch das Bücherei-Mitarbeiterteam. „Das Vorlesen aus Bilderbücheren durch Marie Medow und Silke Amthor mit Übertragung im Netz nach Schließung der Kindergärten und Grundschulen hat sogar Interesse in fernen Ländern wie der Schweiz oder Guatemala gefunden“, so Knauer. Sie verwies darauf, dass es zum Glück in den Wochen ohne Corona-Begrenzungen gelungen sei, öffentliche Veranstaltungen wie einen Bücherflohmarkt und ein politisches Forum gemeinsam mit dem Deutschen Gymnasium für Nordschleswig durchzuführen.

Tausende Fernleihen

„Die Veranstaltung zum Thema Sexismus war ein Höhepunkt der Diskussionskultur“, schwärmte die Büchereidirektorin, um dann Einblick in das Innenleben der Büchereien zu geben. Sie berichtete über 8.000 Fernleihen von Medien aus dem Bestand der deutschen Büchereien. „Sehr viele Titel wurden über ,bibliotek.dk‘ durch Nutzer in dänischen Büchereien angefordert“, so Knauer. Sie erinnerte daran, dass man mit dem arbeitsintensiven Service auch den Zugriff der Leserinnen und Leser in den öffentlichen Bibliotheken in ganz Dänemark auf deutsche Bücher und andere Medien ermögliche. Angesichts der Zuschüsse vonseiten des dänischen Staates für die deutschen Büchereien leiste man diesen Service sehr gerne.

Werbung für spezielle Serviceleistungen

„Mit rund 194.000 Ausleihen liegen wir nur knapp unter den Zahlen 2019“, so die Büchereidirektorin, die aber darauf hinwies, dass wegen der Corona-Auflagen die Zahlen nicht vergleichbar sind. Sie rief dazu auf, dass noch mehr die vermutlich noch immer nicht überall bekannten digitalen Serviceleistungen der deutschen Büchereien genutzt werden. Dazu zähle das Abonnement für das Munzinger-Archiv, das den „Kunden“ der Büchereien Zugriff auf Medien wie den „Spiegel“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Süddeutsche Zeitung“ erlaubt. „Den Schülern und Schulen muss beigebracht werden, dass sie über die Bücherei auf jede Menge Nachschlagewerke zugreifen können. Eine digitale Anmeldung ist bei uns möglich“, so Claudia Knauer.

Medienbank für Lehrkräfte in Zentralbücherei Apenrade

Sie erinnerte auch daran, dass die Medienbank für die Lehrkräfte der deutschen Schulen in Nordschleswig in der Büchereizentrale in Apenrade angesiedelt ist, nachdem sie zuvor im „Center for Undervisningsmidler“ in Hadersleben (Haderslev) untergebracht war. „Es können auch dänische Medien bestellt werden“, so die Büchereidirektorin, die noch mehrere digitale Angebote der Büchereien vorstellte. „Wir wollen vor allem in der Mehrheitsbevölkerung sichtbarer werden“, unterstrich sie.

Jørgen Nissen tritt am 1. September in den Ruhestand. Der stellvertretende Büchereidirektor hat stets auch Spezialaufgaben in der Bücherei übernommen. Seine Kenntnisse werden dem Büchereiteam fehlen. Foto: Volker Heesch

Nachdem bereits der Vorsitzende des Büchereiverbandes, Peter Asmussen, dem langjährigen stellvertretenden Büchereidirektor Jørgen Nissen anlässlich seines Eintritts in den Ruhestand am 1. September seinen Dank ausgesprochen hatte, würdigte auch Claudia Knauer dessen Wirken. „Seit dem 1. April 1989 bist du als Mitarbeiter der Bücherei tätig“, so Knauer und zählte eine lange Reihe von auch speziellen Arbeitsaufgaben auf, die er in den zurückliegenden Jahrzehnten ausgeführt hat.

Jens Knoke ist als Arzt tätig. Er lebt mit seiner Familie seit vielen Jahren auf der Alsener Halbinsel Kekenis (Kegnæs). Er wurde als neues Mitglied in den Vorstand des Büchereiverbandes gewählt. Rechts neben ihm der SP-Vorsitzende Carsten Leth Schmidt, der bei der Generalversammlung des Verbands dabei war. Foto: Volker Heesch

Beim Tagesordnungspunkt Vorstandswahlen wurde über zwei Vorstandssitze abgestimmt. Da das langjährige Vorstandsmitglied Anke Haagensen, dem Claudia Knauer für großen Einsatz auch in schwierigen Zeiten dankte, keine Wiederwahl wünschte, musste schriftlich abgestimmt werden. Denn auch der Platz im Vorstand, den bisher Sabina Wittkopp-Hansen innehatte, stand zu Wahl – und zwei neue Kandidaten konkrrierten mit ihr. Während es zur Wiederwahl von Sabina Wittkop-Hansen kam, zog Jens Knoke neu in den Vorstand ein. Er erhielt mehr Stimmen als Mitbewerber Kim Bjerringgaard. Im Vorstand sind neben dem Vorsitzenden Peter Asmussen weiterhin Marieke Heimburger, Hannah Bahnsen sowie Claudia Knauer vertreten. Nach der konstituierenden Sitzung des Gremiums ist Peter Asmussen weiter erster Vorsitzender, Sabine Wittkopf-Hansen bleibt seine Stellvertreterin.

Mitgliedsbeitrag unverändert

Die Versammlung beschloss, den Mitgliedsbeitrag bei 50 Kronen im Jahr zu belassen. Nutzer des Bücherbusses mit Bushaltestelle zahlen 100 Kronen.

Mehr lesen

SP-Beitrag

Schleswigsche Partei
„Eliska Hansen: Kandidatin für die SP in Hadersleben“