Lebensbäume

Ein Spaziergang mit wichtiger Mission

Ein Spaziergang mit wichtiger Mission

Ein Spaziergang mit wichtiger Mission

Apenrade/Aabenraa
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Ein „Lebensbaum“ in voller Pracht Foto: Karin Riggelsen

Im Hjelmskov drehte sich am vergangenen Dienstag alles um das Thema „Livstræer“. Bei bestem Frühjahrswetter sind 23 Naturfreunde und ein Vierbeiner dem Aufruf des Naturschutzvereins und der Umweltbehörde gefolgt, um das Projekt „Lebensbäume“ in den Apenrader Wald zu bringen und so besonderen Bäumen ein möglichst langes Leben zu ermöglichen.

Es war ein wunderschöner, wenn auch kühler Frühlingstag – perfekt für einen langen Spaziergang im Wald. Doch dieser Spaziergang hatte eine wichtige Mission, die 23 Naturfreunde, unter ihnen auch Heidi Jahnke und Andreas Andersen vom dänischen Naturschutzverein Sonderburg, in den Hjelmskov lockte: die „Livstræer“ („Lebensbäume“) und deren Kennzeichnung als solche.

Bei strahlend blauem Himmel und einer lachenden Sonne begaben sich die Interessierten auf einen Rundgang durch den Wald, um nach den besonderen Bäumen Ausschau zu halten. Martin Reimers, Förster der Umweltbehörde, erklärte zuvor die Eigenschaften, die einen echten „Lebensbaum“ ausmachten: Es durften große, alte und knochige Bäume sein, mit starken Wurzeln und mit Moos bedeckt. Dicke Äste und auch Schwamm oder Pilze durften die speziellen Bäume haben und gerne eine prächtige Krone. Welcher Baum eine Kennzeichnung bekommen sollte, das durften die Teilnehmer selbst vorschlagen.

Heidi Jahnke, Martin Reimers und Susanne Scheller (v. l.) Foto: Karin Riggelsen

Nach angeregten Diskussionen und regem Informationsaustausch wurde dann entschieden. An stärker frequentierten Wegen oder in der Nähe von Gebäuden bekamen die vorgeschlagenen Bäume jedoch keine Registrierung, denn hier könnten sie eines Tages eine Gefahr darstellen und müssten im Fall der Fälle gefällt werden dürfen, erklärte Martin Reimers. So führte die kleine Wanderung weiter in den Wald hinein, auch fernab der üblichen Spazierwege.

Der erste „Lebensbaum“ war dann recht schnell gefunden. Andreas Andersen und Heidi Jahnke erklärten den Naturfreunden, wie sie einen Baum für eine Registrierung vorschlagen können, ganz einfach und schnell per App auf dem Smartphone oder Tablet. Die Ehre, das erste Schild mit einem Aluminiumnagel am ersten „Lebensbaum“ zu befestigen, hatte Marianne Heide Jensen. Sie hat sich im Anschluss auch daran gemacht, den auserwählten Baum in der App „Livstræer“ zu registrieren. Einzig die Verbindung zum Internet war im Wald etwas dürftig. „Ich schicke es von Zuhause aus, da ist die Verbindung besser“, sagte sie gut gelaunt.

Marianne Heide Jensen schreitet zur Tat. Foto: Karin Riggelsen

Neben der Suche nach „Lebensbäumen“ gab das Treffen viele Informationen rund um Flora und Fauna und die Ökonomie des Waldes, gespickt mit kleinen Anekdoten und Geschichten aus vergangenen Zeiten. Die Stimmung war fröhlich, und es wurde viel gelacht, während Jogger und Fahrradfahrer an der Gruppe vorbeizogen. Auch Susanne Scheller durfte einen „Lebensbaum“ mit einem Schild versehen. Sie hatte aus der Zeitung von der Aktion erfahren und wollte gerne teilnehmen und etwas über schützenswerte Bäume lernen: „Ich bin noch in der Lehre, aber es ist wahnsinnig interessant“, sagte sie.

Pro Hektar dürfen fünf Bäume eine „Lebensbaum-Plakette“ erhalten und damit geschützt werden. Auf diese Art und Weise werden insgesamt etwa 500.000 Bäume im ganzen Land vor dem Abhieb bewahrt. Und so soll gewährleistet werden, dass man auch weiterhin – im positivsten Sinne – den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen kann.

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