Fridays for Future

Klimademo hinterlässt Müll am Rathaus

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Hadersleben/Haderslev
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Foto: Ute Levisen

Bis zu 300 Schüler aus Schulen der Domstadtkommune zogen am Freitagvormittag durch die Haderslebener Innenstadt und damit in den Kampf gegen den Klimawandel. Auf dem Rathaus-Platz hinterlässt ihr Einsatz deutliche Spuren: Cola-Dosen und Papier auf dem Bürgersteig – Plakate auf den Bäumen. Das Aufräumen übernimmt der Bürgerservice.

Schätzungsweise 300 Schüler aus der Domstadt haben am Freitagvormittag für den globalen Klimaschutz demonstriert: „Wir lieben unseren Planeten“ stand auf ihren Plakaten zu lesen. Unter anderem.
„Fridays for Future“ heißt die weltweite Bewegung, der sich immer mehr junge Leute auch in Hadersleben anschließen. Während der Schulzeit machen sie auf die Folgen des weltweiten Klimawandels aufmerksam und fordern Taten.
Das Aufräumen überlassen die Klimapioniere dem Haderslebener Bürgerservice, der normalerweise mit dem Ausstellen von Reisepässen und ähnlichen Aufgaben befasst ist.

Bürgerservice für die Schüler

Dessen Leiterin, Anne-Mette Michelsen, sieht an diesem regnerischen Freitagvormittag nur noch die „Schlusslichter“ einer kleinen Schülerschar – und staunt nicht schlecht über die Dosen und Plakate, die die Klimaschutzkämpfer auf dem Platz vor dem Rathaus hinterlassen haben.
„Sagt mal, wollt ihr nicht hinter euch aufräumen, wenn ihr euch schon für den Umweltschutz starkmacht?“, fragt Michelsen ein paar Schülerinnen.
„Nee, wieso das denn?“ – lautet die Gegenfrage der Jugendlichen, bevor diese im Schlendertempo von dannen ziehen.

Auch die eine oder andere Dose hatten die Demonstranten vergessen zu entsorgen. Pfandfreie Dosen, die aus dem Import von Softdrinks aus dem Grenzhandel stammen – und allzu oft in der nordschleswigschen Natur landen. Foto: Ute Levisen

„Schade drum!“

Kopfschüttelnd sehen Anne-Mette Michelsen und Passanten den Schülern nach.
Unter ihnen ist Rune Robert Friis von der Haderslebener Einheitsliste und im Hauptberuf Lehrer. Auch er wundert sich.
„Die Schüler gehen für eine gute Sache auf die Straße – und dann sowas“, sagt er und schaut auf die Hinterlassenschaften der jungen Leute.
„Jetzt ist nicht mehr der Kampf für den Klimaschutz das Thema, sondern der Müll, den die Demonstranten hinterlassen. Es ist wirklich schade drum!“

Gute Miene zur Umweltschweinerei: Anne-Mette Michelsen (links) und ihre Kollegin Line Lind (rechts) räumen hinter den Klimakämpfern auf. Sie holten sogar Plakate aus Bäumen und Gebüschen. Foto: Ute Levisen

Beherzt ans Aufräumen

Unterdessen schreitet die Leiterin des Bürgerservice beherzt und wohlgelaunt zur Tat. Gemeinsam mit Kollegen aus dem Rathaus räumt sie hinter den jungen Klimavorkämpfern auf. Damit bekommt die Bezeichnung „Bürgerservice“ in Hadersleben eine völlig neue Dimension.

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