F-35-Kampfjet

Vereinsvorsitzende hofft auf politisches Verständnis

Vereinsvorsitzende hofft auf politisches Verständnis

Vereinsvorsitzende hofft auf politisches Verständnis

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Uldal/Woyens
Zuletzt aktualisiert um:
Agnes Rosenlund, die Vorsitzende des Vereins „Flyvestation Skrydstrups naboer“ Foto: Karin Riggelsen

Die Vorsitzende des Vereins „Flyvestation Skrydstrups naboer“, Agnes Rosenlund, sitzt seit etwa acht Tagen über den Unterlagen, die in Verbindung mit dem Bürgerinformationstreffen in Woyens vorgelegt werden. Der Bäuerin bleibt in diesem Jahr kaum Zeit, sich in die Ernte einzubringen. Verteidigungsministerin kündigte Besuch in Skrydstrup an.

Die Erntesaison auf dem Hof von Laurits und Agnes Rosenlund ist angelaufen. Das Ehepaar baut auf seinen Ländereien bei Uldal Kartoffeln und Getreide an. Die Arbeiten sind in vollem Gang, aber der 59-jährigen Bäuerin schwirren viele Gedanken über die Implementierung des F-35-Kampfjets auf der Fighter Wing in Skrydstrup durch den Kopf, und sie hat kaum Zeit, bei der Ernte anzupacken.

Bürgertreffen in den Woyenser Hallen

Wie berichtet, laden „Forsvarsministeriets Ejendomsstyrelse“ und das Verteidigungsministerium am Donnerstag, 8. August, erneut zu einer Bürgerinformationsveranstaltung ein, um über die Berechnungen zur Lärmbelastung zu informieren, die durch die F-35 entsteht. Zugleich wird über die Auswirkungen auf die Umwelt, die ebenfalls in einer Analyse verankert worden sind, berichtet. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in den Woyenser Hallen. Das Verteidigungsministerium teilte Dienstagnachmittag mit, dass die sozialdemokratische Verteidigungsministerin Trine Bramsen an dem einleitenden Teil der Bürgerinformationsveranstaltung teilnimmt.

„Ich habe mir in diesem Sommer Ferien gegönnt, um etwas Abstand von der ganzen Sache zu gewinnen“, erklärt Agnes Rosenlund. Die Uldalerin engagiert sich seit Jahren in der Bürgerinitiative im Kielwasser zur Einführung des neuen Kampfjets auf dem Militärstützpunkt in Skrydstrup.

Bäuerin hat sich an komplexe Thematik herangewagt

„Das Papiermaterial umfasst viele Hundert Seiten. Ich habe mir beim Durchlesen Notizen gemacht, und ich werde mir diese am Mittwoch und Donnerstag noch einmal zu Gemüte führen“, so Rosenlund. Der Arbeitsprozess sei zeitaufwendig und die Thematik sehr komplex. „Ich bin Bäuerin und gar nicht gewohnt, mich mit Sachverhalten dieser Art zu beschäftigen“, erklärt Rosenlund.

Dokumentation muss in Ordnung sein

Im Vorfeld des Treffens beratschlagt sich die Uldalerin mit Vereinsmitgliedern und stützt sich offenbar auch auf Beistand von Sachverständigen. Kommentieren will die Vereinsvorsitzende die bereits veröffentlichten Analysen nur vage. „Wir werden bei dem Bürgertreffen Gelegenheit bekommen, Fragen zu stellen. Ich muss meine Dokumentation in Ordnung haben, bevor ich mich öffentlich äußere“, hebt sie hervor.

Militär mit Befugnissen

Die Umwelteinschätzung ist bis 30. August in der Anhörung. Agnes Rosenlund rechnet nicht damit, dass ein Kompensationsmodell der am meisten betroffenen Anwohner vor diesem Stichtag vorliegt.

„Wir hoffen, dass die Politiker verstehen, dass wir es hier mit einem ganz besonderen Fall zu tun haben. Die Fighter Wing kann nicht mit dem Flughafen in Karup oder einem zivilen Flughafen verglichen werden. Kampfjets machen mehr Lärm, und das Militär hat Befugnisse, die anderen nicht zustehen. Politisches Verständnis ist wichtig“, unterstreicht sie. Sollte das Kompensationsmodell den Betroffenen unzulänglich erscheinen, werde der Verein entscheiden, wie zu verfahren ist.

Agnes Rosenlund freut sich darüber, dass die Verteidigungsministerin sich dazu entschlossen hat, nach Woyens und Skrydstrup zu kommen. „Ich hoffe, dass ich Gelegenheit habe, mit ihr zu sprechen“, sagt Rosenlund. Trine Bramsen wird im Vorfeld der Veranstaltung in Woyens dem Militärstützpunkt einen Besuch abstatten.

Woyenser Hallen am Stadion Parken
Woyens Hallen am Stadion Parken Foto: Karin Friedrichsen
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