Grenzland-Projekt

Haus der Minderheiten: Alles zurück auf null

dodo
Apenrade/Aabenraa
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Johannes Callsen
BDN-Hauptvorsitzender Hinrich Jürgensen und SH-Minderheitenbeauftragter Johannes Callsen. Foto: Cornelius von Tiedemann

Die Idee für das „Haus der Minderheiten“ hält BDN-Hauptvorsitzender Hinrich Jürgensen endgültig für gestorben – aufgeben will er trotzdem nicht.

Als Vorzeige-Projekt der deutsch-dänischen Grenzregion angedacht, ist mittlerweile auch der letzte Sargnagel in die Initiative „Haus der Minderheiten“ geschlagen worden. Doch wirklich tot scheint die Idee trotzdem noch nicht: „Wir müssen die Sache noch einmal komplett neu denken. Für mich persönlich ist es nicht wichtig, dass wir ein Haus aus Steinen als Symbol haben“, sagt der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen.

Für ihn ist der Vorschlag des schleswig-holsteinischen Minderheitenbeauftragten, Johannes Callsen, statt eines Hauses der Minderheiten ein Kooperations-Netzwerk, ein sogenanntes „Minderheiten-Kompetenz-Center“ zu schaffen, um dennoch den Gedanken umzusetzen, „aus der Grenzregion europaweite Impulse für Minderheitenpolitik zu geben“, die Möglichkeit, noch einmal bei null anzufangen.

„Man-Power“ und „Know-how“

Wie könnte so ein Kompetenz-Center aussehen? Wie könnte sich der BDN an dem Projekt beteiligen? Aus Jürgensens Sicht würden ein Büro und eine Person für die Durchführung der Idee vollkommen ausreichen. In Sachen „Man-Power“ und „Know-how“ sei der BDN bereit, seinen Teil beizusteuern. „Wenn es darum geht, Workshops, Tagungen oder Ähnliches anzubieten, um zum Beispiel Jugendlichen die Werte und die Geschichte des Grenzlandes zu vermitteln, hätten wir auf unserer Seite mit dem Knivsberg hervorragende Bedingungen“, so der BDN-Hauptvorsitzende. Bei der Vermarktung des Ganzen könne er sich auch eine Verbindung mit dem UNESCO-Kulturerbe vorstellen, um mehr Menschen auf die Grenzregion aufmerksam zu machen.

Besonders wichtig ist Jürgensen allerdings, dass alle mit im Boot sitzen – also auch der SSF, der beim Projekt „Haus der Minderheiten“ eine Beteiligung („weder finanziell noch sonst wie“) ausgeschlossen hatte. „Ich würde gerne die Initiative ergreifen, um noch einmal alle Seiten an einen Tisch zu holen“, sagt Hinrich Jürgensen. Wann und wo sich getroffen werden soll, wolle er mit Johannes Callsen am Mittwoch in Kiel besprechen.

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