Hochstapler

Ähnlicher Name wie falscher Notarzt: Sebastian Steppan wehrt sich gegen Gerüchte

Mira Nagar, shz.de
Flensburg
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Sebastian S
Sebastian Steppan kennt den Tatverdächtigen nicht. Foto: Privat

Die Meldung über den Hochstapler Sebastian S. sorgt für Tratsch über den echten Rettungssanitäter.

Die Ähnlichkeiten sind aber auch verblüffend: Nachdem die Meldung über den falschen Notarzt Sebastian S. publik wurde, steht der waschechte Rettungssanitäter Sebastian Steppan vor einem Problem. Schließlich gibt es einige Parallelen: Beide sind Rettungssanitäter, um die 30, der Ort stimmt auch einigermaßen und vor allem der Name könnte passen. „Als ich die Meldung das erste mal gelesen habe, dachte ich noch: Mal gucken, was kommt“, sagt der Flensburger.

Die Polizei ermittelt seit Anfang Dezember gegen einen falschen Notarzt aus Munkbrarup, der offenbar mehrere Jahre lang im Einsatz war. Sebastian S. (35) soll unter anderem einen schwer verletzten Motorradfahrer versorgt haben, dem ein Bein amputiert werden musste. Vor allem beim Motorsportpark im dänischen Pattburg war der Hochstapler im Einsatz.

Begegnet ist Sebastian Steppan, der echte Rettungssanitäter, dem Hochstapler nie. Was aber nach der Polizeimeldung folgte, war ein „Rattenschwanz an Gerüchten“. Ein Leiter im Rettungsdienst sprach ihn an, fragte unauffällig, wie es denn so gehe und erzählte dann von den Gerüchten unter Rettungssanitätern. „Es gab einige, die dachten tatsächlich, das sei ich gewesen“, sagt Steppan. Auch Privatpersonen schrieben ihn an. Patienten habe er seit der Meldung allerdings noch nicht gehabt.

Schließlich entschloss sich Steppan, dem Tratsch einen Riegel vorzuschieben und postete eine Erklärung auf Facebook. „Mit diesem Beitrag wollen wir die Gerüchteküche reduzieren/beenden“, heißt es darin.

Auf seiner eigenen Seite schreibt der Leiter des Rescue Teams Flensburg: „Weder kenne ich diesen Sebastian S. Noch bin ich selber dieser Pseudo-Notarzt. Es ist reiner Zufall das derjenige auch Sebastian S. heißt, ebenfalls RS ist und fast dieselbe Altersklasse. Auch das Foto ist nicht günstig getroffen von ihm.“

Steppan setzt darauf, dass sich die Mutmaßungen bald erledigt haben: „Ich denke, das geht die nächsten paar Wochen höchstens in Form von Spott noch ein wenig weiter.“

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