Coronavirus

„Wir haben die Situation unterschätzt"

„Wir haben die Situation unterschätzt"

„Wir haben die Situation unterschätzt"

Tondern/Tønder
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Wer keine Aufgaben im Krisenmanagement hat, wurde am Donnerstag von der Kommune nach Hause geschickt, um von dort zu arbeiten. Foto: Archivfoto: Elise Rahbek

Die vom Staatsministerium ausgebenen Restriktionen haben natürlich auch Konsequenzen in der Kommune Tondern. Am Mittwochabend tagte ein Krisenstab im Rathaus. Bürgermeister Henrik Frandsen (V) meint, dass viele die Situation mit der Verbreitung des Coronavirus unterschätzt hätten.

„Wir sind zurzeit schwer am Planen, gerade in Bezug auf die Notbesetzung in den Schulen und Kindergärten. Es wird aber wohl so werden, dass zumindest eine Schule je Schuldistrikt im Notfall Kinder betreuen wird, wenn es keine andere Lösung gibt. Wir und viele anderen auch haben wohl die Situation unterschätzt. Jetzt herrscht ein Ausnahmezustand“, erklärt Bürgermeister Henrik Frandsen (V). Alle politischen Treffen würden daher gestrichen.

Er und ein Krisenstab der Direktionsetage am Mittwochabend setzten sich nach der Pressekonferenz von Staatsministerin Mette Frederiksen wegen der Verbreitung des Coronavirus zusammen und trafen die ersten Beschlüsse.

Notbetreuung für die Null- bis Neunjährigen

Wie von der Staatsministerin angeordnet, sind Schulen und Kindergärten ab Montag, 16. März, für zwei Wochen geschlossen. Wer kann, sollte sein Kind schon ab Donnerstag zu Hause betreuen. Es wird eine Notbetreuung für Kinder im Alter von 0 bis neun Jahre geben, deren Eltern wegen ihrer Arbeit oder anderen Gründen nicht zu Hause bleiben können. Ein Grund könnten Krisenfunktionen im öffentlichen oder privaten Sektor sein.

Besuche in Pflegezentren, rund um die Uhr geöffneten, betreuten Wohngemeinschaften und Tagesstätten werden bis auf die notwendigsten begrenzt. Sporthallen und Bibliotheken bleiben zu. Gleiches gilt für Sporthallen, Bibliotheken und kulturelle Einrichtungen. Laut vorläufigem Plan werden sie wieder am Montag, 30. März, geöffnet.

Mitarbeiter bleiben zu Hause

Die Mitarbeiter der Kommune wurden bis auf Ausnahmen aufgefordert, erst gar nicht am Arbeitsplatz zu erscheinen und von zu Hause aus zu arbeiten. Diese Disposition gilt nicht für die Mitarbeiter des Gesundheitswesens. Erst am Freitag, 27. März, sollen ihre Kollegen wieder zur Arbeit kommen. Es sei denn, dass neue Richtlinien von höherer Stelle bestimmt werden. Alle schon geplanten, aber nicht dringend notwendigen Absprachen mit der Kommune wurden am Donnerstag abgesagt. Dies gilt auch für das Kompetenzcenter, für das Ausbildungszentrum UiU und das Jobcenter. Außerdem werden nicht dringend notwendige Veranstaltungen der Kommune gestrichen. Das betrifft unter anderem die Verleihung des Wegner-Preises, die am 2. April im Schloss Schackenburg in Mögeltondern hätte stattfinden sollen

Keine Panik

Der Krisenstab fordert die Bürger auf, nicht in Panik zu geraten und sich gegenseitig zu helfen, sodass man einigermaßen gut über die kommenden zwei Wochen komme.

Minderheit sagt Veranstaltungen ab

BDN Tondern: Die für Sonnabend, 14. März, geplante Weinprobe des BDN-Ortsvereins Tondern findet nicht statt. Im Schützenhaus hätte die Winzerfamilie Scholtes aus Minheim an der Mosel ihre neuen Weine des Jahrgangs 2019 vorstellen wollen. Die Weinlieferung findet wie geplant am Sonnabend, 21. März, bei Freiberg in Süderlügum statt.

Sozialdienst Jeising, Seth und Abel Der Sozialdienst für Jeising, Seth und Abel folgt den Empfehlungen des Staatsministeriums und teilt mit, dass seine Angebote Tischtennis, Ahnenforschung und die Stuhlgymnastik bis auf Weiteres entfallen.

Sozialdienst Tondern Die für den 18. März geplante Generalversammlung des Sozialdienstes Tondern wird ebenfalls abgesagt und zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt. Der Termin wird noch rechtzeitig im „Nordschleswiger“ bekannt gegeben.

Sozialdienst Lügumkloster: Auch der Sozialdienst Lügumkloster hat entschieden, seine nächste Veranstaltung am Donnertag, 2. April, in den Herbst zu verlegen. Dann werden Alice und Rita bei einem gemütlichen Abend unterhalten.

Verein Deutsches Haus: Der Vorstand des Verein Deutsches Haus sagt seine Generalversammlung am 23. März ab.

Weitere Absagen

EUC Syd: Auch die Berufsschulen EUC Syd, und damit auch die Tonderner Niederlassung, bleibt von Donnerstag, 12. März, bis zum 29. März geschlossen. Das gilt für Schüler, Schulpraktikanten, Kursteilnehmer und Mitarbeiter. Alle geplanten Veranstaltungen werden abgesagt. Man versuche, Möglichkeiten zu finden, so viel Unterricht wie möglich online durchzuführen.

Det Grå Guld: Auch der Vortragsveranstalter „Det Grå Guld“ hat seine für Donnerstag, 19. März, geplante Veranstaltung abgesagt. Im Seniorcenter hätte Gwyn Nissen, Chefredakteur des „Nordschleswigers“, über das Leben in der Minderheit berichten sollen.

Schackenborg-Fonds: Auch auf Schloss Schackenburg in Mögeltondern werden sämtliche Veranstaltungen bis zunächst Ende März gestrichen. Am 19. März hätte eine Minderheitenkonferenz im Rahmen der Veranstaltungsreihe Schackenburg-Dialog stattfinden sollen.

Blå Kors Das von der Hilfsorganisation „Blå Kors“ betriebene Secondhandgeschäft in Tondern wird ebenfalls bis auf Weiteres geschlossen sein.

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