Coronavirus

Deutsche Minderheit: Viele Absagen und ein bisschen Optimismus

Deutsche Minderheit: Viele Absagen und ein bisschen Optimismus

Deutsche Minderheit: Absagen und ein bisschen Optimismus

Apenrade/Aabenraa
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Noch soll das Knivsbergfest wie geplant im Juni stattfinden. Foto: Karin Riggelsen

Wie steht es um die Konfirmationen, Klassenfahrten und Generalversammlungen der deutschen Minderheit? Ein Überblick.

Der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) hat eine Koordinierungsgruppe gegründet, die sich mit den Auswirkungen des Coronavirus beschäftigt und die Vereine und Verbände der deutschen Minderheit über Neuerungen auf dem Laufenden hält.

„Es gibt zum Beispiel unterschiedliche Veranstaltungen, die wir leider absagen oder verschieben müssen“, erzählt Uwe Jessen, BDN-Generalsekretär, der Teil der Koordinierungsgruppe ist.

Absagen im Überblick

So werden alle Konfirmationen erst nach Pfingsten stattfinden. „Für viele Familien wird es ein großes Problem, kurzfristig einen Ort zu finden, an dem die Feier stattfinden kann. Daher haben wir beschlossen, unsere Einrichtungen für Konfirmationsfeiern zu öffnen“, heißt es in einer Mitteilung des BDN. Aus diesem Grund werden Leiter von Einrichtungen dazu aufgefordert, sich unter generalsekretariat@bdn.dk zu melden, um mitzuteilen, welche Räume zur Verfügung gestellt werden können.

Der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) teilt außerdem mit, dass alle Klassenfahrten bis auf Weiteres abgesagt werden. Die Vertretertagung des DSSV ist ebenso wie die Hauptvertretertagung vom 29. April auf den 18. August vertagt worden.

Wie Ruth Candussi, Sekretärin der Schleswigschen Partei, verkündet, ist auch der im April geplante Europäische Kongress der Minderheitenparteien im deutsch-dänischen Grenzland abgesagt. Damit werden auch die Konferenz und der anschließende Empfang am 23. April nicht stattfinden.

Generalversammlungen verschieben

Der Coronavirus stellt die Minderheit nicht nur vor viele Herausforderungen in Sachen Veranstaltungsabsagen, sondern auch vor das Problem, dass Generalversammlungen nicht wie vorgesehen stattfinden können. „Viele Verbände und Vereine haben bereits ihre Generalversammlungen für das Frühjahr geplant und haben in ihren Satzungen auch terminliche Auflagen dazu“, erklärt Uwe Jessen.

Doch es gibt eine Lösung: Der Vorstand kann mit „force majeur“ (Höhere Gewalt) als Grund die Generalversammlung verschieben. Es ist dadurch keine außerordentliche Generalversammlung, sondern eine verschobene ordentliche Generalversammlung.

Der Finanzbericht muss aber trotzdem für die reguläre Periode sein, und dieser muss auch regulär zum geplanten Zeitpunkt vom Revisor geprüft werden. In der dann später abgehaltenen Generalversammlung sollen die Berichte dann die normale Periode zusätzlich zu der Extraperiode beinhalten.

Knivsbergfest im Juni

„Neben den zahlreichen Absagen gehen wir immer noch davon aus, dass das Knivsbergfest wie geplant im Juni stattfinden wird. Wir gehen allerdings keine verpflichtenden Absprachen mehr ein, sodass wir zum Beispiel Lieferantenverträge ohne Extrakosten im Fall der Fälle stornieren können“, erklärt Jessen. „Aber wir bleiben optimistisch, dass der 100. Geburtstag der Minderheit auf dem Knivsberg gefeiert werden kann.“

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