Historisches Bauprojekt

Experte: Jedes normale Straßenbauprojekt hat mehr finanzielle Rücklagen als der Fehmarnbelt-Tunnel

dodo/Ritzau
Oxford/Kopenhagen
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Foto: Scanpix

Ein Experte von der Oxford Universität warnt davor, dass zu wenig Geld für unerwartete Extrakosten mit einberechnet wurden. Er fordert, das historische Bauprojekt komplett neu zu analysieren.

Für das größte Bauprojekt in der Geschichte Dänemarks, den Fehmarnbelt-Tunnel, ist so wenig Geld für unvorhersehbare Zusatzkosten zurückgelegt worden, dass jedes gewöhnliche dänische Straßenbauprojekt besser abgesichert ist. Zu dieser Erkenntnis kommen laut Finans mehrere Experten, die nun die Alarmglocken läuten.

Einer von ihnen ist Bent Flyvbjerg. Er ist Professor an der Universität in Oxford, wo die Finanzen und die Kostenüberschreitungen von mehr als 1.000 internationalen Großbau-Projekten analysiert werden.

„Ich kann mit Sicherheit sagen, dass die Reserven für das Fehmarnbelt-Projekt viel zu niedrig sind. Das Budget basiert auf unrealistischen und überoptimistischen Erwartungen“, so Flyvberg zu Finans. Er sagt, dass es einer gründlichen Analyse des Projekts bedarf, um abschätzen zu können, wie viele Milliarden Kronen noch fehlen.

Nur 16 Prozent als Rücklagen

Von den 52,6 Milliarden Kronen Gesamtbudget hat die Tunnelfirma Femern A/S sieben Milliarden Kronen als Rücklagen für unerwartete Extrakosten vorgesehen – das entspricht rund 16 Prozent.

Die Forschungen der Oxforduniversität zeigen, dass bei 48 internationalen Tunnelprojekten das Budget im Durchschnitt um 36 Prozent überschritten wurde.

Weder Femern A/S noch das Transportministerium waren bisher zu einer Stellungnahme bereit. In einer gemeinsamen schriftlichen Antwort schreiben sie an Finans, dass das Projekt gut analysiert sei und deshalb auch mit geringeren Kosten gerechnet werde.

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