Gesundheit

Mehr Hilfe zur Selbsthilfe bei Rückenschmerzen

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Odense
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Foto: Olenka Kotyk/Unsplash

Wissenschaftler kritisieren die gängige Behandlung von Rückenschmerzen. Statt Operationen und Pillen gebe es andere Wege, sagt jan Hartvigsen von der süddänischen Universität.

Rückenschmerzen werden zu häufig falsch behandelt. Das ist die Auffassung von 29 Wissenschaftlern, unter ihnen auch Professor Jan Hartvigsen von der süddänischen Universität (SDU). Im renommierten Fachjournal The Lancet kritisieren die Forscher die Weise, in der in verschiedenen Gesundheitssystemen diese Schmerzen behandelt werden. Weltweit sind laut SDU 540 Millionen Menschen betroffen, in Dänemark sind es rund 880.000 Menschen.

Jan Hartvigsen ist 2. Vorsitzender der Forschergruppe. Ihm zufolge wird Geld verschwendet, in dem zu viele Medikamente und zu viele unnötige Scans verordnet werden, zu viel operiert wird und zu viele Krankmeldungen geschrieben werden. Generell verblieben die Menschen zu sehr in einer Patientenrolle, was das Kranksein befördere.

Hartvigsen: Patienten sollen sich selbst helfen

„Wir haben gut dokumentierte Behandlungen, die vielen Menschen helfen, vor allem Training sowie manuelle Behandlung durch Physiotherapeuten oder Chiropraktiker“, sagt Hartvigsen. Ihm zufolge ist es zwar für die Patienten günstiger, mit Medikamenten behandelt oder operiert zu werden, für die Gesellschaft insgesamt aber nicht.

„Rückenschmerzen kosten konservativ gerechnet minimum 6,7 Milliarden Kronen in Däneamrk pro Jahr in Bezug auf Behandlung und Arbeitszeitausfall“, erläutert der Wissenschaftler, der am Institut für Sport und Biomechanik der Universität arbeitet. Er schlägt vor, dass Patienten dabei unterstützt werden, sich selbst zu helfen.

Die Artikel, die zu diesem Thema im Fachblatt The Lancet erschienen sind, zeigen, dass in allen Ländern, die über die internationale Forschergruppe an der Untersuchung beteiligt waren, Rückenschmerzen nicht so behandelt werden, wie sie nach Meinung der 29 Wissenschaftler behandelt werden sollten.

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